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Der G-20-Gipfel in London

In London findet gerade der Weltfinanzgipfel der G-20-Staaten statt und obwohl die Verhandlungen der Staats- und Regierungschefs noch nicht zu Ende sind, sind einzelne Details an die Presse gelangt. Am Rande des Veranstaltung hat es die Polizei auch wieder mit heftigen Krawallen zu tun, bei denen gestern ein Mann ums Leben kam.

Der zwölfte G-20-Gipfel steht natürlich im Schatten der Finanzkrise, bis gestern Abend hatten sich die Regierungsvertreter der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer noch ganz und gar nicht über neue Finanzmarktregelungen einigen können. Laut "Welt Online" sprachen sich Angela Merkel und Nicolas Sarkozy sehr deutlich für klar formulierte Reformen aus, sie fordern eine stärkere Regulierung der Märkte. Inzwischen gäbe es schon mehr Übereinstimmung unter den Teilnehmern des G-20-Gipfels in London, ob zufriedenstellende Einigungen in Aussicht stehen, ist unklar.

Der aktuellen Krise soll mit einer weiteren Finanzspritze für den Internationalen Währungsfond (IWF) begegnet werden, angeblich sollen weitere 500 Milliarden Dollar zur Rekordsumme von insgesamt 750 Milliarden Dollar führen. Das Geld soll u.a. zur schnelleren Hilfe von krisenbedrohten Entwicklungs- und Schwellenländern genutzt werden. Für die Zukunft sind laut "Reuters" mehr Transparenz und internationale Kontrollen gefordert, außerdem wolle man keine Steueroasen mehr zulassen. Im Fokus der gesamten Gipfels scheint der Gedanke zu stehen, dass Finanzinstitute und deren Investitionen unter stärkerer Beobachtung stehen sollten und sich die Architektur der Weltwirtschaft deshalb erst mal grundlegend ändern muss.

Am Rande des Weltfinanzgipfels kam es auch heute wieder zu heftigen Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und der Polizei. Gestern war ein 30-Jähriger bei den Krawallen ums Leben gekommen. Es handle sich jedoch nicht um Fremdverschulden, berichtet "Sueddeutsche.de". Der Demonstrant war aus bisher ungeklärtem Grund in Londons Finanzdistrikt zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben. Etwa 5.000 Menschen nahmen an den Demonstrationen teil, die Polizei stellte ein ähnlich hohe Aufgebot.

Viele Menschen sind verbittert, sie machen die Staats- und Regierungschefs der G-20 für die weltweite Finanzkrise verantwortlich. In den nächsten Tagen ist ein ausführlicher Bericht über die Ergebnisse des G-20-Gipfels in London zu erwarten.

Bild: G20.org

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