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1. Mai 2013: Politisch und weitgehend friedlich

Die Organisatoren der "revolutionären 1. Mai-Demo" sprechen von einem großen Erfolg. Es habe in diesem Jahr weniger "rituelle Gewalt" gegeben und die Demonstration sei wieder politischer geworden, erklärte der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt. Behörden und Politiker lobten die Deeskalations-Strategie der Polizei.

In Berlin wurde zum gestrigen 1. Mai gegen Nazis und gegen Mietwucher demonstriert. Laut Angaben der Polizei waren ca. 9000 Teilnehmer in Kreuzberg erschienen, demonstriert wurde auch in Schöneweide. Die Polizei war mit rund 7000 Beamten aus diversen Bundesländern im Einsatz, um rechte und linke Gruppen des Demonstrationszuges streng voneinander zu trennen. Die Sicherheitskräfte hatten zahlreiche Straßen abgesperrt und begleiteten die Demonstranten mit Wasserwerfern und Räumfahrzeugen.

In Schöneweide sind bis zum Nachmittag 18 Personen festgenommen worden, 16 von ihnen waren Gegendemonstranten. Diese hatten immer wieder versucht, an die Rechtsextremen heranzukommen und schon vormittags ketteten sie sich auf den Straßenbahnschienen an einem Betonklotz fest. Die Scheiben von einer Sparkassenfiliale in Kreuzberg sind eingeworfen worden und es wurden einige Autos demoliert. Laut offizieller Angaben waren 200 gewaltbereite Demonstranten unterwegs, insgesamt zog die Polizei aber eine positive Bilanz. Hans-Christian Ströbele wurde mit den Worten zitiert, der linke Protestzug sei "fast total friedlich" verlaufen und die Deeskalations-Strategie habe "einwandfrei funktioniert". Auch Frank Henkel, Berlins CDU-Innensenator, war zufrieden. Er unterstrich, dass die Polizei sich sehr zurückgehalten hatte und keine Aggression von ihr ausging.

Beim "Myfest" am Mariannenplatz feierten nachmittags rund 40.000 Menschen. Die Veranstaltung findet seit mehreren Jahren statt. Die Einwohner in Kreuzberg wollen mit ihr den jährlichen Mai-Krawallen etwas entgegensetzten.

In Hamburg war es bei den Demonstrationen des 1. Mais zu Ausschreitungen gekommen. Flaschen flogen, Knallkörper wurden gezündet und Polizisten waren bei einer Zwischenkundgebung in Altona gezielt mit Böllern angegriffen und verletzt worden. Wasserwerfer kamen zum Einsatz, die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Die Demo ist daraufhin vorzeitig vom Veranstalter aufgelöst worden. Die Polizeisprecherin Hamburgs urteilte: "Im Vergleich zu anderen Jahren ist es bisher noch deutlich friedlicher - aber die Stimmung ist gereizt."

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