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100. Geburtstag des großen Oskar Schindler

Gestern war der 100. Geburtstag eines großen Mannes. Der bereits 1974 verstorbene, deutsche Industrielle Oskar Schindler bewahrte im 2. Weltkrieg mehr als 1.200 Juden vor den Nazis und somit vor dem Tod. Weltbekannt wurde seine Geschichte erst, als 1993 der Film "Schindlers Liste" in die Kinos kam.

Schindler wird 1908 im heutigen Tschechien geboren und wächst wohlbehütet in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf. Ohne Schulabschluss steigt er in das Unternehmen seines Vaters mit ein und heiratet mit zwanzig Jahren Emilie Pelzl, die mit einer ordentlichen Mitgift auch finanzielle Sicherheit in die junge Ehe bringt. Schindler beginnt eine Affäre und lässt sich von ihr für den Geheimdienst werben. Er ist Mitglied einer pro-nationalsozialistischen Partei und arbeitet für die deutsche Spionageabwehr. 1939 entgeht er in Tschechien nur knapp dem Tod durch die tschechische Polizei.

Als er 1939 seine Spionagetätigkeit aufgibt und der NSDAP beitritt, geschieht das zunächst in der Hoffnung, Profit aus dem Krieg schlagen zu können. Die Rechnung geht auf. Er übernimmt eine alte Schmelz-Fabrik, bringt sie auf Vordermann und wird mit zahlreichen jüdischen Zwangsarbeitern der erfolgreiche Geschirr-Lieferant der deutschen Truppen. In dieser Zeit muss es passiert sein, dass Schindler seine Augen vor dem Leid, welches den Juden zugefügt wurde, nicht mehr verschließen konnte.

Er verlegt seine Firma von Krakau nach Brnenec ins heutige Tschechien, weil in Polen die Rote Armee einfiel. Indem er der Schließung der Fabrik entgegenwirkt und all seine auf die berühmte Liste gesetzten jüdischen Arbeiter mit nach Brnenec nimmt, rettet er ihr Leben. Auf eigene Kosten besticht er SS-Kommandanten, versorgt seine Arbeiter und kauft sie später frei. Schindler erhält einige Ehrungen nach dem Krieg, vor allem von der jüdischen Gemeinde, als Unternehmer kann er aber nie wieder richtig Fuß fassen. Er stirbt 1974 in Hildesheim und wird, wie er es wollte, in Jerusalem begraben.

Menschen, die Oskar Schindler persönlich rettete



Weltberühmt wurden die Taten Oskar Schindlers durch den Film "Schindlers Liste" 1994. Steven Spielberg, der selbst Jude ist, schuf ein tief bewegendes Portrait des ungewöhnlichen Unternehmers. Der Film gewann sieben Oscars, allein in Deutschland gingen mehr als 6 Millionen Menschen in die Kinos.

Einige Ausschnitte aus dem Kino-Erfolg "Schindlers Liste"



In Augsburg ist Schindler nun zu seinem Geburtstag noch einmal geehrt worden. Sein enger Mitarbeiter Mietek Pemper und Oberbürgermeister Paul Wengert pflanzten gestern an der nach Schindler benannten Straße einen "Baum der Erinnerung".

Quellen: Welt Online, imdb.com
Bild: Ben Andes (Flickr)

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