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22 Jahre US-Knast - Debbi Milke kommt frei

Debra Milke sitzt seit 22 Jahren in einer US-amerikanischen Todeszelle. Nun kommt die 49-Jährige frei - der Prozess wird neu aufgerollt.

Debra Jean Milke kommt nach 22 Jahren im einem US-amerikanischen Frauenknast frei. Die Vorsitzende Richterin des "Superior Court of Arizona" hat entschieden, dass sie das Gefängnis gegen eine Kaution von umgerechnet 190 000 Euro verlassen darf. Bereits heute nachmittag soll Debra Milke auf freien Fuss gesetzt werden. "Das ist so unglaublich, ich muss mich erst einmal fassen", so Milke, die außer sich war vor Freude über diesen Beschluss. Nach ihrer Freilassung muss Milke eine elektronische Fußfessel tragen und zwischen 21 Uhr und 6 Uhr darf sie ihr Haus nicht verlassen.

Der Prozess um die heute 49-Jährige soll neu aufgerollt werden. Bis zum Beginn der Verhandlungen am 30. September 2013 wird Debra Milke in einem von ihren Anhängern bereitgestellten Apartment wohnen. Im März diesen Jahres war das Todesurteil gegen die gebürtige Berlinerin von einem Bundesberufungsgericht in San Francisco aufgehoben worden. Ihrer Ansicht nach hatte die damals 25-Jährige kein faires Verfahren erhalten.

Debra Milke soll im Dezember 1989 angeblich den Mord an ihrem Sohn Christopher in Auftrag gegeben haben. Das Verbrechen, begangen in der Wüste Arizonas, sorgte wochenlang für Schlagzeilen: Der vierjährige Junge war mit drei Kugeln im Kopf aufgefunden worden.

Das Urteil gegen sie stütze sich damals auf die Aussage des Polizisten Armando Saldate. Dieser sagte vor Gericht aus, Milke hätte ihm gegenüber die Tat gestanden. Ein unterschriebenes Geständnis, Tonaufnahmen oder Zeugen gab es aber nicht. Die Glaubwürdigkeit von Saldate wird heute angezweifelt, denn gegen ihn soll eine ganze Liste von Verfehlungen vorliegen - darunter auch Falschaussagen unter Eid. "Das Gericht war bisher nicht in der Lage die Glaubwürdigkeit von Saldate gegen die Glaubwürdigkeit der Angeklagten zu beurteilen,  und somit zu entscheiden, ob sie das gegenüber Saldate gestanden hat oder nicht", so der Richterbeschluss aus Arizona. Die Richterin merkte darüber hinaus an, dass es im zweiten Mordprozess quasi keine Beweise gegen Milke gebe.

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