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600 bis 700 Verdächtige in Steueraffäre

Die Razzia gegen Post-Chef Klaus Zumwinkel war nach Informationen des „Handelsblattes“ erst der Beginn einer Serie von Verfahren. In den kommenden Tagen sollen in ganz Deutschland Ermittlungen anlaufen.

Hunderte von weiteren Tätern sind demzufolge bereits enttarnt. Die Fahnder hätten massenhaft Unterlagen aus der LGT-Bank, der Bank der liechtensteinischen Fürstenfamilie, enthalten. „Wir haben die ganze Bank geknackt“, zitierte die Zeitung einen Ermittler. Bei den Verdächtigen handele es sich meist um reiche und prominente Deutsche. Namen seien noch nicht bekannt, schreibt das Blatt weiter.

Bei einer Razzia waren am Donnerstagmorgen das Privathaus vom Postchef Köln und dessen Büro in der Bonner Konzernzentrale durchsucht worden. Anschließend war der Manager in einem Polizeiwagen zur Vernehmung zur Staatsanwaltschaft Bochum gebracht worden. Zumwinkel solle angeblich zehn Millionen Euro am Fiskus nach Liechtenstein gebracht haben und rund eine Million Euro hinterzogen haben.

Gegen eine Kaution wurde ein Haftbefehl gegen ihn außer Kraft gesetzt. Zumwinkel sei wieder zu Hause, hieß es später in einer Erklärung der Post.

Trotz dem Verlangen eines Rücktritts von Zumwinkel vom SPD-Chef Kurt Beck übt der 64 Jahre alte Postchef nach Angaben des Konzerns ungeachtet der Ermittlungen sein Amt weiter aus.

Update:

Post-Chef Klaus Zumwinkel tritt wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung von seinem Posten zurück. Dies hatten Politiker mehrerer Parteien Zumwinkel nahegelegt. Zudem verlangt SPD-Chef Beck von der Staatsanwaltschaft, dass es bei einem Verfahren gegen den Post-Chef keinen "Deal" gibt.

Das Video der Razzia am Donnerstagmorgen:


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