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9/11-Prozess in Guantanamo: Drahtzieher der Anschläge vom 11. September vor Gericht

Im 9/11 Prozess in Guantanamo auf Kuba stehen nun die mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September vor Gericht. Fast sieben Jahre nach den verheerenden Terrorattentaten auf das World-Trade-Center in New York verantworten sich nun insgesamt 5 Angeklagte, die von dem CIA als Kerngruppe des Terrornetzwerkes bezeichnet werden.

Unter den Dratzieher der Anschläge vom 11. September befinden sich neben dem Hauptangeklagten Chalid Scheich Mohammed auch Ramzi Binalshib aus der sog. “Hamburger Zelle“, die im Zuge der Ermittlungen nach den Anschlägen vom 11. September für große Furore gesorgt hatte. Außerdem vor Gericht die Mitfinanziers Mustafa al-Hawsawi und Alif Abdul Aziz Ali sowie Osama Bin Ladens früherer Leibwächter Walid bin Attasch.

Das Sondergericht im Gefangenenlager Guantánamo muss nun über Verantwortliche und Mitverschwörer unter den Dratzieher der Anschläge vom 11. September entscheiden. Bei Verurteilung droht die Todesstrafe, denn genau die fordern die Ankläger. Bereits Anfang Mai wurde den Beschuldigten die Anklageschrift vorgelegt. Die Anklage umfasst den Mord in 2973 Fällen, Terrorismus, bewaffneter Angriff auf Zivilisten, schwere Körperverletzung, schwere Sachbeschädigung, Zerstörung von Eigentum, Verletzung des Kriegsrechts, Flugzeugentführung sowie die Unterstützung terroristischer Vereinigungen.

Der 9/11 Prozess in Guantanamo wird besonders in den USA für große Aufmerksamkeit sorgen, und das hat viele Gründe. Neben dem Vermächtnis, dass sich der scheidende US-Präsident Bush mit diesem Verfahren legen will, werden auch Fragen der Menschenrechtsverletzungen im Zuge von Verhör- und Foltermethoden laut diskutiert werden.

So geben amerikanische Behörden an, Scheich Mohammed habe seine Hautpverantwortung in den Anschläge vom 11. September bereits mehrfach umfassend gestanden. Zudem verkündete er nun lauthals, den Märtyrertod sterben zu wollen, und bereit für die Todesstrafe zu sein. Unter welche Methoden aber diese “Geständnisse“ stattgefunden haben – Stichwort Waterboarding, dass international als Folter angesehen wird – ist bislang nicht geklärt.

Man wird also abwarten müssen, ob es bei dem 9/11 Prozess in Guantanamo über die Drahtzieher der Anschläge vom 11. September mit rechten Dingen zugehen wird, und ob internationales Recht tatsächlich zur Anwendung kommt.

Quelle: FAZ.de, Welt-Online
Bild: openDemocrazy (Flickr)

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