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"Ade, Welt": Krebskranke Brittany Maynard nimmt sich wie geplant das Leben

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Brittany Maynard ist tot - die 29-Jährige hat sich nun, wie von ihr geplant, das Leben genommen. Es ist eine Art "öffentlicher Countdown" gewesen - Brittany Maynard hatte ihren Tod angekündigt, ihr Wunsch danach hatte ein Medienecho ohne Gleichen hervorgerufen. Die 29-Jährige litt an Krebs. Doch sie wollte nicht weiter unter ihrem Gehirntumor leiden, erleben, wie es ihr immer schlechter geht, der Tumor mehr und mehr von ihr und ihrem Leben zerstört um schließlich sowieso zu sterben. Brittany Maynard wollte vorher gehen und ihrer Familie und ihren Freunden so in Erinnerung bleiben, wie sie vor der Krankheit war. Und sie entschied sich für den Freitod. Dafür, ihr eigenes Ableben selbst in die Hand zu nehmen.

Nun ist sie wirklich gegangen. Wie die Organisation "Compassion & Choices" am vergangenen Sonntag bestätigte, hat sich Brittany Maynard das Leben genommen. Am Samstag habe sie freiwillig einen Cocktail aus tödlichen Medikamenten eingenommen und ist daraufhin gestorben. Es soll so vonstatten gegangen sein, wie sie es sich gewünscht hatte: Brittany lag im Bett, in ihrem Schlafzimmer, ihre Familie war bei ihr. Die Medikamente hatte sich die junge Frau vorher besorgt, ihre Tod geplant und nun, zu einem Zeitpunkt der ihr richtig erschien, eingenommen.

Am vergangenen Sonnabend hatte Brittany eine Abschiedsbotschaft auf Facebook gepostet: "Die Welt ist ein wunderschöner Ort, Reisen sind mein größter Lehrer gewesen, meine engen Freunde und Eltern sind die größten Geber. Ich habe sogar einen Ring der Unterstützung um mein Bett während ich tippe." Sie schrieb ihrer Familie, ihrem "süßen, schlauen Mann" Dan Diaz, ihrem "selbstlosen, gebenden Vorbild", ihrer Mutter, dem "bester Stiefvater aller Zeiten sowie einigen anderen, engen Freunden. Ihre Nachricht endete mit den Worten: "Ade, Welt. Verbreitet gute Energie. Reicht es weiter!"

In den vergangene Wochen war die Geschichte von Brittany weltweit durch die Medien gegangen. Sie hatte von ihren Leiden erzählt und davon, sich das Leben nehmen zu wollen. Sie gab Interviews und stellte Videos ins Internet, die Millionen von Menschen sehr bewegten. Und daneben eine immense Debatte um die aktive Sterbehilfe auslöste. Bisher in den meisten Ländern der Welt verboten, stand Brittany nun da als Betroffene, als jemand, der sich seinem Schicksal nicht einfach leidend hingeben wollte.

Es stand fest, dass ihr Krebsgeschwür tödlich sein würde. Sämtliche Diagnosen von Ärzten besagten, dass ihre Leiden immer größer, immer qualvoller sein würden. Das wollte Brittany Maynard nicht. Und sie wollte das auch nicht für andere Menschen in ihrer Lage. So hatte die 29-Jährige beschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen und für etwas zu kämpfen, dass eigentlich gern verschwiegen wird. Eine Sprecherin von "Compassion & Choices", Gwen Fitzgerald, sagte nach dem Tod von Brittany: "Es lässt sich auf keine Weise vorhersagen, wann Deine Krankheit übernimmt und sämtliche Lebensqualität zerquetscht." Brittany sei eine "unglaubliche Frau" gewesen, sie habe sich getraut, weltweit einen Dialog zu beginnen, der die heutigen Regelungen zur aktiven Sterbehilfe infrage stellt und vor Augen führe, was dies für die Betroffenen bedeute.

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Die aus Kalifornien stammende Brittany Maynard war extra mit ihrer Familie nach Oregon gezogen, denn dort ist Sterbehilfe erlaubt. Es gilt dort, wie in weiteren vier Bundesstaaten der USA, das "Death with Dignity Act", zu Deutsch das "Gesetz für ein Sterben in Würde". Dieses erlaubt es Ärzten, ihren sterbenskranken Patienten ein tödliches Betäubungsmittel zu verschreiben welches die Betroffenen dann zuhause einnehmen können. Brittany wollte, dass die Menschen in ihrer Heimat ähnliche Rechte genießen dürften, so hieß es im Nachruf ihrer Familie. "Die Freiheit liegt in der Wahl", dafür war Brittany Maynard eingestanden.

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