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Amazon löscht homoerotische Inhalte aus dem Katalog

Amazon wird vorgeworfen, Bücher mit homoerotischem Inhalten bewusst aus ihrem Sortiment genommen zu haben. Nach einer Meldung von Welt Online war dem Autor Mark R. Probst vor ein paar Tagen aufgefallen, dass bestimmte Bücher, die er auf der amerikanischen Homepage des Internetversandhauses gesucht hatte, nicht vorzufinden waren. Auch eines seiner Bücher war nicht mehr gelistet, ebenso Bestseller wie die Vorlage zum Film "Brokeback Mountain".

Probst schrieb das Unternehmen daraufhin per Email an. Amazon antwortete ihm, dass "Adult"-Inhalte aus den Bestseller Listen gelöscht wurden, da die Inhalte nicht zum Kernklientel passen würden. Der Vorwurf der Zensur stand auf einmal im Raum und war am Osterwochende das meist diskutierte Thema auf Twitter und Facebook.

Amazon reagierte auf die Kritik und veröffentlichte am Ostermontag noch eine Erklärung, in der es eine Absicht abstritt: "Dies ist ein peinlicher und ungeschickter Katalogisierungsfehler für ein Unternehmen, das sich selbst damit rühmt, eine vollständige Auswahl anzubieten." Das Amazon macht einen Softwarefehler für den Umstand verantwortlich.

Auch zu dem Vorwurf, dass nur bestimmte Literatur davon betroffen sei, äußerte sich Amazon: "Es wurde falsch berichtet, dass sich der Sachverhalt nur auf schwule und lesbisch orientierte Titel beschränkte – tatsächlich waren 57.310 Bücher aus einer Bandbreite von Kategorien betroffen, wie Gesundheit, Köper und Geist, Reproduktions-und Sexualmedizin und Erotik-Bücher."

Seitdem sind einige der Bücher wieder gelistet. Angesichts des Briefverkehrs mit Probst ist der Verdacht der bewussten Löschung von homoerotischen Inhalten aus dem Katalog jedoch längst nicht entkräftet.

Bild: Brokeback Mountain Homepage, Amazon

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