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Amnesty International legt Zahl der Hinrichtungen für 2009 vor

Amnesty International ist die größte und wohl bekannteste Menschenrechtsorganisation weltweit – und jedes Jahr legt die Non-Profit-Organisation die Anzahl der weltweiten Hinrichtungen offen. In diesem Jahr aber fehlt mit China erstmals der größte Faktor in dieser Rechnung. Ganz bewusst verzichtete Amnesty International für das Jahr 2009 darauf, das 'Reich der Mitte' zahlenmäßig zu repräsentieren.

In den vergangenen Jahren führte China stets die Liste der Länder mit den meisten Todesurteilen an – die Zahl lag meistens zwischen 1.000 und 2.000 Todesopfern. Amnesty aber hatte immer betont, dass die Dunkelziffer durchaus zehnmal so hoch liegen dürfte. Und so benutzte das chinesische Regime die Zahlen von Amnesty Jahr für Jahr, um sogar darauf hinzuweisen, dass die Hinrichtungen jährlich sogar gesunken seien.

Nun sagte ein Sprecher der Organisation bei der Veröffentlichung der neuen Zahlen: 'Wir wollen uns nicht länger von der chinesischen Regierung instrumentalisieren lassen.' Aber auch ohne China gibt es für Amnesty International noch viel im Kampf gegen die Todesstrafe zu tun – und das auf der ganzen Welt. Hinter China liegen wie in den vergangenen Jahren Iran (388 Exekutionen), Irak (120), Saudi-Arabien (69) und die USA (52).

Insgesamt zählt die Menschenrechtsorganisation in 2009 18 Länder, in denen die Todesstrafe vollstreckt wurde, dazu gehören u. a. noch Jemen, Vietnam, Syrien und auch Japan. Dennoch aber macht der Kampf gegen Hinrichtungen auch Fortschritte, so sei die Todesstrafe laut des aktuellen Berichtes in 139 Ländern de facto abgeschafft, in 2009 traten die afrikanischen Länder Brurundi und Togo dieser Liste bei.

Darüber hinaus verzichteten Staaten wie Indonesien, Afghanistan und Pakistan in 2009 erstmals komplett auf jede Hinrichtung, auch wenn diese noch nicht aus der Verfassung gestrichen ist. Und auch in Europa – inklusive dem diktatorischen Weißrussland von Viktor Lukaschenko – gab es erstmals seit Einführung dieser Statistik keine einzige Todesstrafe mehr zu verbuchen. Aber der Kampf von Amnesty International gegen Hinrichtungen auf der ganzen Welt geht weiter...

Quelle/Bild: www.amnesty.de

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