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Amnesty International versteigert fiktive Frauen auf Ebay

Wer heute auf Ebay nach Autos oder Computern sucht, könnte plötzlich ein Angebot für eine Frau vorgelegt bekommen. Das liegt daran, dass die Schweizer Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (www.amnesty.ch) heute eine Aktion gestartet hat, die zum Nachdenken aufruft.

Auf der Plattform von Ebay hat Amnesty International über 200 fingierte Verkaufs-Anzeigen junger Frauen inseriert, welche als Verkaufsangebote für Autos oder Fernseher getarnt sind. Mit dieser inszenierten Verkaufsaktion will Amnesty International darauf aufmerksam machen, dass Menschen und Frauen wie Waren verkauft werden. Ziel ist es also die Gesellschaft zum Thema Menschenhandel zu sensibilisieren. Laut Angaben der NGO werden pro Jahr rund 500.000 Frauen und Mädchen verkauft oder zur Prostitution gezwungen.

Wieso man sich für die Plattform Ebay entschlossen hat, erklärt Pius Walker, von der für die Online-Aktion verantwortlichen Werbeagentur walker & Co aus Zürich: "Wir sind gezwungen, mit der Kampagne ständig neue Zielgruppen zu erschließen. Auf Ebay können wir rasch viele Menschen erreichen. Die vergleichsweise niedrigen Kosten für Werbemaßnahmen spielten hier natürlich auch eine Rolle.

Walker erklärt weiter: "Zu kaufen gibt es dort nichts. Der Nutzer sieht auf den ersten Blick nicht, dass es sich um eine Aktion von Amnesty International handelt. Wer sich aber näher dafür interessiert, findet in den Anzeigen Informationen über das Ausmaß des Frauenhandels und wird aufgefordert, mit seiner Unterschrift eine entsprechende Petition zu unterstützen" So werde ein Nutzer, der sich auf Ebay beispielsweise für die Verkaufsanzeigen "Mercedes, 1986, Luxus pur" oder "Nila Pioneer, braun/schwarz, direkt zustellbar" interessiert, genau dann mit dem unangenehmen Thema Menschenhandel konfrontiert, wenn er am wenigsten damit rechnet.

Quelle: www.pressetext.at

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