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Amoklauf in Winnenden bei Stuttgart - 17 Menschen getötet

In einer Schule in der Nähe von Stuttgart hat offenbar ein Amokläufer mehrere Menschen getötet. Wie auch bei der schrecklichen Tat gestern in Alabama, ist der Täter in Baden-Württemberg ums Leben gekommen. Er war zuvor jedoch mehrere Stunden auf der Flucht.

In der Albertville-Realschule in Winnenden, 20 Kilometer nordöstlich von Stuttgart, hat ein in einem schwarzen Tarnanzug gekleideter Mann zwischen 09.30 und 10:00 Uhr wild um sich geschossen. Nach Angaben der Polizei sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, weitere seien zum Teil schwer verletzt. Anschließend soll der junge Mann in die Innenstadt von Winnenden geflohen sein. Dort wurde sofort mit Hochdruck nach dem Täter gefahndet, die Schule und Teile der Innenstadt sind abgesperrt worden, Hubschrauber waren im Einsatz. Zusätzlich zur Polizei waren ein Sondereinsatzkommando und ein mobiles Einsatzkommando vor Ort.

Ein Notarzt bestätigte bereits, dass in zwei Klassenzimmern jeweils vier Tote gefunden wurden, zwei weitere hätten sich außerhalb des Gebäudes befunden. "Spiegel Online" berichtete, dass um die Albertville-Realschule Chaos ausgebrochen war. Ein Augenzeuge soll gesagt haben: "Es ist ein Blaulicht-Gewitter auf den Straßen, Passanten stehen Schock und Entsetzen ins Gesicht geschrieben." Die Polizei riet Autofahrern, keine Anhalter mitzunehmen.

Über den Amokläufer wurde zunächst Widersprüchliches berichtet: Die Nachrichtenagentur dpa sprach von einem 17-Jährigen, andere Zeitungen schrieben, es handle sich um einen Mann um die 25. Die Polizei gab an, dass es bereits einen Tatverdacht gäbe, äußerte sich aber nicht näher. Inzwischen ist klar, dass es sich um einen 17 Jahre alten Jungen handelte, der im letzten Jahr seinen Abschluss auf der Albertville-Realschule gemacht hatte. Laut "n-tv" ist bekannt, dass die Eltern des Jungen im Besitz zahlreicher, legal erworbener Waffen sind. Kurze Zeit später war aus Polizeikreisen zu hören, dass der Amokläufer von Winnenden in einer Schießerei mit der Polizei ums Leben gekommen ist. Zur Stunde wird zum Amoklauf in Winnenden eine Pressekonferenz gehalten, weitere Einzelheiten folgen.

Aktualisierung 15:00 Uhr

Der 17-jährige Amokläufer Tim K. ist bei einer Schießerei mit der Polizei ums Leben gekommen. Nachdem rund 1000 Polizisten den Jungen in Winnenden suchten, hatte der einen Autofahrer entführt und war ins 40 Kilometer entfernte Wendlingen geflüchtet. Dort verschanzte er sich auf dem Parkplatz eines Supermarktes, wo ihn die Polizei einkreisen konnte.

Insgesamt hat der junge Mann 15 Menschen getötet. In der Albertville-Realschule waren es neun Schüler und drei Lehrer, auf seiner Flucht erschoss er dann noch drei Passanten. Einige Schüler sind außerdem von Querschlägern getroffen worden, zwei Polizisten soll Tim K. schwer verletzt haben.

Über die Motive des Amokläufers ist bisher nichts bekannt, wie Kultusminister Helmut Rau berichtete, habe es sich bei dem ehemaligen Schüler um einen bisher "völlig unauffälligen" Jungen gehalten. Derzeit sind 15 Psychologen im Einsatz, um die Schüler und ihre Angehörigen nach dem schrecklichen Amoklauf von Winnenden zu betreuen.

Aktualisierung 16:00 Uhr

Zwei weitere Schüler erlagen im Krankenkaus den Schussverletzungen. Somit sind es mittlerweile 17 Menschen, die der Amokläufer in Winnenden auf dem Gewissen hat.

Bild: Screenshot Bild.de

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