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Amokläufer in Tokio

Ein Amokläufer hat gestern in Tokio ein Blutbad angerichtet. Mit einem Messer verletzte er sieben Menschen tödlich, zehn weitere schwer. Der 25-jährige Mann konnte noch am Tatort, dem Vergnügungsviertel Akihabara, festgenommen werden. In der Mittagszeit raste der Amokläufer zunächst mit einem Kleinlaster in die Menschenmenge. Danach stieg der Amokläufer aus und ging mit der Stichwaffe scheinbar wahllos auf die Passanten zu.

Die Einkaufsgegend Akihabara ist bekannt für ihre Unterhaltungsselekronik und so auch ein beliebtes Ziel für Touristen. Zur Tatzeit hielten sich dort sehr viele Menschen auf. Ein klares Motiv ist bislang nicht erkennbar. Der Amokläufer scheint geistig stark verwirrt und angeschlagen. "Ich bin nach Akihabara gekommen, um Menschen zu töten" wird er zitiert. Er soll der Polizei Einsamkeit als einen Grund seiner grausamen Taten genannt haben.

Vor kurzer Zeit hatten bereits einige Morde an Passanten das Japan geschockt. In Ibaraki hatte ein 24-Jähriger wahllos auf Fußgänger eingestochen, in der Provinz Okayama schubste ein 18-Jähriger einen anderen Mann vor einen einfahrenden Zug. Trotz der eigentlich geringen Quote von Gewaltverbrechen in Japan, häufen sich die Vorfälle solch wahlloser Amokläufe. Die Tat in Akihabara ereignete sich auf den Tag genau sieben Jahre nach dem Blutbad an einer Grundschule in Ikeda, als ein Mann acht Kinder erstach.

Hunderte Schaulustige sahen zu, wie Polizei und Notärzte ihre Arbeit verrichteten. Die zehn Verletzten wurden schnellstmöglich in das nächste Krankenhaus gebracht, aber für sechs Männer und eine Frau kamen alle Wiederbelebungsversuche bereits am Tatort zu spät. Das beispiellose Massaker ist das schlimmste in Japan seit vielen Jahren. Die Untersuchungen werden ergeben, ob der Amokläufer von Tokio noch mehr zu sagen hat als: "Ich habe diese Welt satt".

Quelle: Stern.de

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