Excite

Amstetten - Fritzl beschwert sich über die Medien

Wir berichteten bereits über den Inzest-Skandal von Amstetten. Nachdem der Fall von Niederösterreich aus Entsetzen in der ganzen Welt ausgelöst hat, meldet sich jetzt zum ersten Mal der im großen und ganzen geständige Josef Fritzl zu Wort. Der 73-jährige beschwert sich wohl zur Verwunderung aller: "Ich bin kein Monster!"

Kooperativ, aber keineswegs reuevoll, so beschreibt Staatsanwältin Christiane Burkheiser den Inzest-Täter. Über 24 Jahre hat er seine Tochter in einem Kellerverlies festgehalten, sieben Kinder mit ihr gezeugt, von denen eines starb und drei niemals Tageslicht zu sehen bekamen. Nun beschwert er sich über die einseitige Berichterstattung der Medien und die ungerechte Behandlung seiner Person.

Das grausame Martyrium war erst an Tageslicht gekommen, weil die älteste im Verlies lebende Tochter Kerstin von Fritzl ins Krankenhaus gebracht wurde. Die 19-jährige liegt seit dem 19. April im künstlichen Koma, ihre Organe hatten versagt. Fritzl soll gesagt haben: "Ohne mich würde Kerstin nicht mehr leben!". Dass die Öffentlichkeit ihn daraufhin nicht zum Helden macht, scheint Fritzl nicht zu verstehen.

Sein Strafverteidiger riet ihm nun ohnehin von weiteren Aussagen abzusehen, und seither kommt auch nichts mehr von ihm. Fritzl drohen 15 Jahre Gefängnis wegen Entführung und Vergewaltigung, außerdem eine lebenslängliche Haftstrafe wegen Mord durch Unterlassung am verstorbenen Neugeborenen. Sein Anwalt pladiert wohl auf Unzurechnungsfähigkeit. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Schwerverbrecher in einer Psychiatrie statt im Gefängnis landet.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: YouTube

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016