Excite

Anschlag in Istanbul - zwei Bomben töten 16 Menschen

Am Sonntag Abend sind bei einem Anschlag in Istanbul mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Bei zwei kurz aufeinander folgenden Explosionen sind außerdem 154 Menschen zum Teil schwer verletzt worden, 15 von ihnen schweben noch in Lebensgefahr. Die Bomben waren im europäischen Stadtteil Güngören in Mülleimern deponiert und um 21:45 und 22:00 gezündet worden. Muammer Güler, Gouverneur der türkischen Metropole, sagt mit Sicherheit: "Es bestehen keine Zweifel: Das ist ein Terroranschlag".

Gegen 21:45 ging die erste Bombe am belebten Platz in Güngören, es handelte sich dabei um eine relativ kleine Explosion. Es strömten Menschen herbei, die den Verletzten helfen oder einfach nur sehen wollten, was passiert war. Eine Viertelstunde später zündete die größere Explosion und richtete das Blutbad an. Daher wird angenommen, dass es das Ziel des Anschlags gewesen sei, so viele Menschen wie möglich zu töten.

Wer für den Terrorakt in Istanbul verantwortlich sein könnte, ist nicht klar. Experten und Sicherheitskreise schossen sich jedoch bereits auf die kurdische PKK ein, da der Anschlag ihrem Stil entspreche. Erst eine Nacht zuvor griffen türkische Militärs noch Rebellen-Stellungen der PKK im Nordirak an. Die PKK hatte durch die Entführung drei Deutscher versucht, diese Politik mit Gewalt zu unterbinden. Insgesamt kamen bei Auseinandersetzung zwischen PKK und der türkischen Armee nach Schätzungen bereits 37.000 Menschen ums Leben.

Die PKK aber wies die Vorwürfe direkt vehement von sich und noch in derselben Nacht sind in einem Keller in der Nähe des Anschlags drei Jugendliche festgenommen worden. Die drei Jungs im Alter von 16 und 17 gaben an, sich aus Angst nach der Explosion in dem Keller versteckt zu haben. Anwohnern kam das seltsam vor, so dass sie die Polizei auf die jungen Männer aufmerksam machten. Nun wird untersucht, inwiefern sie in den Anschlag in Istanbul verwickelt sein könnten.

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül und seine Kollegen verurteilten den Anschlag in Istanbul, Gül legte dar: "Mit dem Töten unschuldiger Menschen und mit Terrorismus können keine Ziele erreicht werden." Auch von deutscher Seite war kein Verständnis für derartige Gewalt zu erwarten. Bundesaußenminister Steinmeier sagte am Rande seines Afghanistan-Besuchs: "Ich verurteile diesen blinden Akt des Terrors aufs Schärfste". Steinmeier versprach außerdem, dass Deutschland in dieser Situation "an der Seite der Türkei" stehe. Überwachungsvideos und Fotos aus der Gegend sollen der Polizei nun helfen, die Verantwortlichen für den Anschlag in Istanbul zu finden.

Quelle: Welt Online, heute.de
Bild: YouTube

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016