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Wer steckt hinter dem Anschlag von Minsk?

Nach der Explosion in der U-Bahn der weissrussischen Hauptstadt Minsk sind sich die Behörden sicher, dass es sich um einen Anschlag gehandelt haben muss. Dabei wurden gestern zwölf Menschen getötet und über hundert verletzt.

Nach der Wucht der Explosion zu urteilen, soll es sich um einen TNT-Sprengsatz von fünf bis sieben Kilo gehandelt haben, der unter einer Bank auf dem Bahnsteig der U-Bahnstation Oktjabrskaja deponiert war. Der Sprengsatz soll mit Metallkugeln gespickt gewesen sein, was den zum Teil verheerenden Verletzungen der Opfer entspricht.

Präsident Alexander Lukaschenko besuchte die betroffene Metrostation noch am Abend und demonstrierte dort medienwirksam Entschlossenheit. Er sagte, dass eine Aufklärung der Tat schnellstmöglich erfolgen müsse. Zugleich gab er zu verstehen, dass er ausländische Kräfte für den Anschlag von Minsk verantwortlich macht. Lukaschenko hatte bereits vor den Wahlen im Dezember Deutschland und Polen beschuldigt, in Weissrussland gezielt Unruhe zu stiften.

Da es bisher kein Bekennerschreiben gibt und es generell fraglich ist, wer ein Interesse an einem solchen Anschlag haben könnte, wird im Internet nun sogar diskutiert, ob der Diktator selbst hinter dem Anschlag steht. Damit könnte er von den dramatischen innenpolitischen Problemen des Landes, wie einer schnell steigenden Inflation, ablenken wollen. Ob Lukaschenko in den Anschlag verwickelt ist oder nicht, es wird befürchtet, dass er den Anschlag zum Anlass nimmt um noch härter gegen die Opposition vorzugehen.

Die nächsten Tage dürften weitere Einsichten zum Anschlag in Minsk bringen, ob dabei auch die Wahrheit ans Licht kommt, ist jedoch fraglich.

Quelle: spiegel.de, tagesschau.de
Bild: youtube.com

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