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Anti-Islam-Film von Politiker ins Internet gesetzt

Vor zwei Jahren machte die Niederlande mit ihrer Mohammed-Karikatur Schlagzeilen und entzürnte die Gemüter vieler Muslime. Nun hat der niederländische Politiker Geert Wilders, wie der Stern berichtet, einen islamfeindlichen Film über den Koran im Internet veröffentlicht.

In den 15 Minuten des Films, mit dem Namen 'Fitna', werden Verse aus dem Koran zitiert und mit Szenen von den Anschlägen in den USA (11.09.2001), in Spanien (2004) und der Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh aus dem Jahre 2004 gezeigt. Außerdem beginnt und endet der Film mit der Einblendung der Mohammed-Karikatur. Am Ende wird zudem ein Blatt Papier zerissen, wobei dem Zuschauer im Untertitel versichert wird, es sei nur eine Telefonbuch-Seite.

Der Film solle davor warnen, dass der Islam die Freiheit der Niederlande gefährde: "Es ist keine Provokation, aber es ist fünf vor Zwölf", so Wilders.

Eine Ansicht die glücklicherweise nicht alle Teilen. So kritisiert der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende den Film folgendermaßen: "Der Film setzt den Islam mit Gewalt gleich. Das weisen wir zurück. Wir bedauern, dass Herr Wilders diesen Film veröffentlicht hat. Wir glauben, er dient keinem anderen Zweck, als zu beleidigen."

Andere Stimmen, wie die des Fraktionsvorsitzenden der regierenden Christdemokraten, Pieter van Geel, nannte den Film "gemein und verletzend". Die niederländische Regierung befürchtet nun, der Film könne in muslimischen Ländern zu ähnlichen Ausschreitungen führen wie vor zwei Jahren.

Yusuf Altuntas, ein Sprecher der Muslime, erklärt diesbezüglich, dass der Film die Grenzen zwar teste, aber nicht überschreite. Der Islamwissenschaftler Maurits Berger erläutert, dass der Film nicht so schlimm wie erwartet sei. Er zeige eben nur Bilder, die wir alle kennen würden. Vielmehr sage der Film mehr über Wilders als über den Koran aus.

Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard will unterdessen gegen Wilders vorgehen, da dieser seine Karikatur verwendet und somit missbraucht habe. Per einstweiliger Verfügung möchte er ein Verbot von Wilders' Film erreichen.

Folgend ein Ausschnitt aus einem Interview



Zum Zeitpunkt des Interviews hat er seinen Anti-Islam-Film noch nicht beendet, spricht aber darüber, dass er diesen gerne einigen Fernsehsendern zeigen möchte, damit diese ihn ausstrahlen. Ihm ist zu diesem Zeitpunkt bereits bewusst, dass der Film Gemüter aufwühlen und die niederländische Regierung über mögliche Konsequenzen besorgt sein wird. Diese Tatsache bestärkt ihn allerdings nur.

Wilders nennt den Koran im Interview das "faschistische Buch" und erläutert, dass es kein Zufall sei, dass jede terroristische Tat auf diesem "faschistischen Buch" und somit auf einer "falschen Ideologie" basiere. Er glaube nicht an equivalente Kulturen und ist der Meinung, dass die westliche Kultur "weitaus besser" sei, als die "zurückgebliebene islamische Kultur". Der Hinweis des Reporters, dass er soeben Millionen von Menschen beleidigt habe, ist ihm bewusst, sei aber nicht sein "Problem".

Weiter erläutert er, dass er Probleme mit dem Islam, der Ideologie und der Religion habe, gesteht aber ein, dass nicht alle Muslime "falsch" seien. Die Mehrzahl der in Niederlande lebende Muslime seien ja auch keine Terroristen. Es gebe aber eine wachsende Minderheit, und das weltweit, die einen extremistischen und radikalen Standpunkt verinnerlichen würde.

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