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April, April!

Heute ist der 1. April, der Tag, an dem nichts so ist, wie es scheint. Der Ursprung des Brauchs, sich an diesem Tag Streiche zu spielen, ist noch immer unbekannt. Tatsache ist, dass kein 1. April vergeht, an dem sich die Menschen nicht mit "April, April" veralbern. Aber auch Zeitungen, Radio und das Fernsehen verbreiten mit Freude Falschmeldungen. Meistens sind sie schnell als solche entlarvt, manchmal sorgen sie aber auch für ein kleines Chaos.

Ein Klassiker ist sicher die Meldung, dass in Großbritannien der Rechtsverkehr eingeführt werde, auch liest man am 1. April immer wieder von Meteroriteneinschlägen, an beidem ist natürlich nie etwas dran. Um einiges gewitzter war da schon die BBC, die am 1. April 1957 eine dreiminütige Doku über die Ernte von angeblichen Spaghetti-Bäumen zeigte. Sie gilt noch immer als der Inbegriff medialer Aprilscherze, acht Millionen Menschen schalteten damals ein und riefen teilweise beim Sender, um zu fragen, woher man einen solchen Baum bekäme.

Der Aprilscherz des Jahrhunderts: Spaghetti-Bäume bei der BBC

Manchmal richten Aprilscherze aber auch ein kleines Chaos an. In der "Netzeitung" ist z.B. zu lesen, wie ein Radiomoderator die Einwohner des australischen Auckland 1949 vor einem 1,6 Kilometer langen Wespenschwarm warnte. Er gab auch den Tipp, sich zu schützen, indem man die Hosen in die Socken steckte. Dass zahlreiche Bewohner dem nachkamen, war noch ganz lustig, die aufkommende Panik allerdings nicht mehr. Es muss aber nicht immer ernst enden. Am 1. April 1962 folgten Millionen schwedischer Fernsehzuschauer den Anweisungen eines Moderators und stülpten einen Nylonstrumpf über ihr TV-Gerät. Der angebliche Technik-Experte Skjell Stensson versprach, es sei die einfachste Möglichkeit um Farbfernsehen zu empfangen.

Öfter fühlen sich die Menschen von den Aprilschwindeleien einfach nur veralbert, so amüsant sie auch sind. Im Jahr 1998 schrieb eine amerikanische Zeitung z.B., dass es bei Burger King künftig einen Whopper für Linkshänder gebe. Tatsächlich bestellten ihn die Leute und zeigten sich teilweise enttäuscht, dass es sich nur um einen Scherz gehandelt hatte. Ähnlich muss es 1983 den Zuhörern des Süddeutschen Rundfunks ergangen sein, nachdem sie erfuhren, dass kein Instant-Wein erfunden worden war.

Laut Untersuchungen vernatzen sich die Leute kaum noch gegenseitig am 1. April, sie warten dafür umso mehr auf die Schwindeleien aus Zeitungen, Radio und TV. Sicher wird es auch zum heutigen Aprilbeginn den ein oder anderen Scherz geben, und sicher wird der ein oder andere darauf hereinfallen.

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