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Ariel Scharon - der "Architekt Israels" - ist gestorben

  • Pedro Ugarte/Getty Images

Ariel Scharon ist am Samstag nach acht Jahren im Koma gestorben - die Israelis hatten am gestrigen Sonntag die Gelegenheit, den Ex-Premier vor der Knesset die letzte Ehre zu erweisen; Scharons Leichnam war vor dem israelischen Parlament aufgebahrt worden.

Israel trauert um einen ihrer größten Politiker, einen der letzten Männer aus der Generation der Staatsgründer Israels und er wird gefeiert als Kriegsheld: Ariel Scharon war bereit sein Volk zu führen und seine Überzeugungen gegen jegliche Widerstände durchzusetzen.

Israels Premier Netanjahu würdigte Ariel Scharon als "großen Feldherrn". Das Verhältnis der beiden galt zu seinen Lebzeiten als angespannt. Nun aber würdigte ihn Netanjahu mit folgenden Worten: "In jeder seiner Funktionen als Minister und später auch als Premierminister leistete Ariel seinen Beitrag für die Sicherheit und die Verteidigung des Landes. Dies tat er in dem Bewusstsein, dass das jüdische Volk in der Lage sein muss, sein Land mit eigenen Kräften zu verteidigen." Schimon Peres, Israels Staatspräsident, bezeichnete Scharon als "Architekten Israels": "Er kannte keine Angst und wusste schwierige Entscheidungen - militärische und zivile - zu treffen, die er mit Mut in Zeiten des Krieges und in Zeiten des Friedens durchzusetzen wusste."

Scharon wurde 1928 als Sohn weißrussischer Einwanderer geboren und kämpfte als Soldat in den Kriegen gegen die arabischen Nachbarländer. Später entschied er sich, in die Politik zu gehen und wurde zum Minister in mehreren Regierungen. Im Jahr 2001 wurde er dann Premier. Vier Jahre später kündigte er Israels Rückzug aus dem Gazastreifen an - viele Israelis sehen darin heutzutage einen politischen Fehler.

Auf Seiten der Palästinenser löst der Tod Scharons hingegen keine Trauer aus - im Gegenteil: Die Hamas bezeichnete seinen Tod als "historischen Augenblick für das palästinensische Volk" und Einwohner von Gaza-Stadt haben auf offener Straße Bilder mit Scharons Konterfei verbrannt. Die Palästinenser haben den provokanten Spaziergang Scharons auf dem Jerusalemer Tempelberg nie vergessen. Auch vergaßen sie nicht, dass er zu Zeiten der zweiten Intifada israelisches Militär in palästinensische Autonomiegebiete geschickt hatte. Ebenso wenig vergessen ist, dass Scharon im Jahr 1982 Verteidigungsminister gewesen war - in Beirut wurden damals palästinensische Flüchtlinge massakriert - unter den Augen der Truppen Israels.

Im Jahr 2006 hatte Ariel Scharon einen http://lifestyle.excite.de/schlaganfall-geben-neue-behandlungen-hoffnung-N57621.html erlitten. Er fiel ins Koma und erlag nun, im Alter von 85 Jahren, einem Versagen sämtlicher Organe. Die letzte Ruhestätte wird Scharon auf der Farm seiner Familie, im Süden Israels, finden. Das feierliche Staatsbegräbnis findet am heutigen Montag statt.

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