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Aufregung um "Thank You Third World" Videos auf YouTube

Viel Aufregung gibt es um die Videos der Internet-Kampagne "Thank You Third World", die teils sehr makaber auf die Missstände in der Dritten Welt aufmerksam machen will. Die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung hat über die Videos, die bei YouTube hochgeladen sind, berichtet. Dabei sieht alles erst einmal sehr friedlich und ungefährlich aus.

Da haben wir erst einmal einen Koch, der bei der Zubereitung eines Deserts ein wenig darüber schwätzt, dass die "kleinen Arbeiter" auf den Bananenplantagen ja eine geringe Lebenserwartung haben, aufgrund der Pflanzenschutzmittel. "A bisserl a Schwund ist immer", fügt er lachend hinzu. Wem das schon auf dem Magen schlägt, sollte bis zum Ende des Clips einen roten Kopf bekommen haben.

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Zwei weitere Videos haben Maximilian Gerlach, 25, und Jessica Benzing, 26, fertiggestellt. Beide sind Studenten der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München und haben noch eine brancheninterne Handypräsentation und ein privates Weihnachtsvideos gedreht, die nicht minder politisch unkorrekt, jedoch im Kern der Wahrheit entsprechen

Die drei Videos sind Werbeclips ihres Abschlussprojekts "Thank You Third World", dass auf der Idee gründet, Menschen auf die Ausbeutung von Arbeitskraft in Entwicklungsländern aufmerksam zu machen. Allerdings nicht mit Spendenaufrufen, wie es Hilfsorganisationen tun: "Die Menschen sind an Spendenaufrufe gewöhnt", sagt Regisseurin Jessica Benzing, "hungernde Kinder werden einfach weggezappt."

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Das die Clips nahe gehen, beweisen die Reaktionen von irritierten Zuschauern auf YouTube, die teilweise ausfällig werden und die Macher beschimpfen, während andere die Message hinter der Satire erblicken. Für die erfolgreiche Gesellschaftskritik haben nun beide bei dem internationalen Werbefilmfestival in Ravensburg den Preis der Fachjury in Bronze in der Kategorie Web & Mobile und den Spotlight-Publikumspreis in Silber erhalten.

Wer an der Aktion Gefallen findet, kann sich auf der Homepage www.thank-you-third-world.com mit Bild bei der Dritten Welt für etwas bedanken, was man vielleicht auf Kosten ihrer genießt. Die Werbeclips der Thank-You-Third-World Kampagne stimmen jedenfalls zum Nachdenken an, sowohl über die tatsächlichen Mißstände in der Dritten Welt, als auch über die Vorteile, die uns eine solche Ausbeutung in unseren Breitengraden beschert.

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Bild: Thank You Third World Homepage

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