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Bald Hausarrest für Roman Polanski?

Star-Regisseur Roman Polanski bleibt weiterhin in Haft, könnte aber schon demnächst mit einer teilweisen Freilassung rechnen. Das Bundestrafgericht im schweizerischen Bellinzona entschied am Mittwoch, dass Polanski bei einer Zahlung von umgerechnet drei Millionen Euro Kaution mit einem Hausarrest belegt werden könnte.

Gut zwei Monate ist es nun her, dass Roman Polanski in der Schweiz verhaftet wurde. Aufgrund eines 32 Jahre alten Haftbefehl aus den USA nahmen die schweizerischen Justizbehörden den 76-Jährigen im September fest. 1978 soll der Oscar-Preisträger ein damals 13-jähriges Mädchen sexuell missbraucht haben.

Nun könnte die Auslieferungshaft in einen elektronisch überwachten Hausarrest umgewandelt werden. Wenn die Bundesjustizbehörde nicht innerhalb von zehn Tagen Berufung gegen die Entscheidung des Bundesstrafgericht in Belinzona einlegt, ist sie rechtskräftig. Das sei laut Zeit online bisher noch nicht geschehen. Die Schweizer Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf habe Mittwoch schon angedeutet, dass sie die Entscheidung akzeptieren werde.

Polanski könnte dann die Auslieferungshaft in seinem Schweizer Chalet im Promiort Gstaad absitzen. Dafür muss der Regisseur drei Millionen Euro Kaution auf den Tisch legen. Die soll aber durch Verpfändung einer Pariser Wohnung finanziert werden. Das brauche Zeit, Polanski käme also nicht sofort frei. Und dann wäre da noch die immer noch drohende Auslieferung an die USA, gegen die sich der Regisseur gerichtlich wehrt. So oder so: Der Gerichtsstreit um Roman Polanski, der nach wie vor in Haft bleiben muss, aber eventuell bald mit einem Hausarrest belegt werden könnte, wird noch lange andauern.

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