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Barack Obama schreibt Geschichte: "Homosexuelle Paare sollten heiraten"

Große Überraschung im gestrigen TV-Interview mit US-Präsident Barack Obama: Er spricht sich als erster amtierender US-Präsident offiziell für die gleichgeschlechtliche Ehe aus und haut damit sechs Monate vor dem US-Wahlkampf alle um. Während die Verfechter von Homosexuellen-Rechten die neue Position des Präsidenten bejubeln, kommt von den Republikanern und streng gläubigen Christen natürlich heftige Kritik.

Seine Worte gegenüber dem ABC Sender lauteten und werden wohl in die Geschichte eingehen: "Für mich persönlich ist es wichtig, voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten". Dabei handle es sich allerdings um seine persönliche Meinung, den Bundesstaaten solle es weiterhin erlaubt sein, gleichgeschlechtliche Ehen zu verbieten.

Barack Obama gibt im Gespräch auch zu, dass er nicht immer für die Homo-Ehe war und dass sich seine Meinung im Laufe der Jahre "weiterentwickelt" habe: "Ich habe in Bezug auf die Homo-Ehe gezögert, zum Teil, weil ich dachte, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften ausreichend seien. Mir war bewusst, dass für viele Menschen der Begriff 'Ehe' etwas ist, das mächtige Traditionen beinhaltet, religiöse Überzeugungen und so weiter." Vor allem Dank seiner Töchter sei es zum Meinungswechsel gekommen, da sie viele Freunde mit gleichgeschlechtlichen Eltern hätten. In der Tat hatte sich der Präsident bisher lediglich für eingetragene Partnerschaften von Homosexuellen stark gemacht, aber nie als 'Ehe' definiert.

Ein halbes Jahr vor dem US-Wahlkampf also kommt der Paukenschlag, der für viele US-Kommentatoren auch riskant ist. Mit Sicherheit gewinnt Obama damit viele junge Leute, aber seine Haltung könnte konservativen Gegnern neuen Antrieb und neue Energie geben. Sein republikanischer Widersacher Mitt Romney widersprach der Erklärung des Präsidenten umgehend und sagte, seiner Meinung nach solle die Ehe auf einen Mann und eine Frau beschränkt bleiben.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hingegen, der weder den Demokraten noch den Republikanern angehört, begrüßte Obamas Äußerung: "Dies ist ein wichtiger Wendepunkt in der Geschichte der amerikanischen Bürgerrechte".

Im Bundesrecht der USA ist die Ehe als "legaler Bund zwischen Mann und Frau" festgeschrieben, allerdings können die Einzelstaaten in dieser Frage eigene Wege gehen. So ist zum Beispiel in Connecticut, Iowa, Massachusetts, New Hampshire, New York, Vermont und die Haupstatdt Washington die Homo-Ehe erlaubt. Die Bundesstaaten Washington und Maryland haben mittlerweile auch ihr OK gegeben, könnten allerdings durch anstehende Volksabstimmungen wieder gekippt werden. Einige Bundesstaaten erkennen indes nur die homosexuelle Partnerschaften an und etwa 30 Staaten haben der Homo-Ehe dagegen mit Gesetzen oder Verfassungsänderungen einen Riegel vorgeschoben.

Und wie denkt ihr über Barack Obamas 'Outing' und generell über die Homo-Ehe? Seht hier das Interview mit Barack Obama der sich für die Homo-Ehe ausspricht:

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