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Berlusconi: Ruby-Prozess wird vertagt

Heute Begann der Prozess gegen den italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi in der sogenannten Ruby-Affäre. Berlusconi wird Begünstigung von Prostitution Minderjähriger sowie Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Nach nur wenigen Minuten war der Prozessauftakt heute jedoch schon wieder vorbei. Weder Berlusconi noch seine Ruby waren vor dem Mailänder Gericht erschienen. Der Prozess wurde auf den 31. Mai vertagt.

Hintergrund dafür sind Streitigkeiten darüber, ob der Prozess überhaupt in die Zuständigkeit des Gerichts in Mailand falle. Nach einem Antrag der Regierungskoalition, deren Chef Berlusconi ist, hatte das Abgeordnetenhaus das Gericht für nicht zuständig befunden. Jetzt muss das Verfassungsgericht prüfen, ob ein spezieller Gerichtshof für Minister für das Verfahren zuständig ist.

Berlusconi ist berüchtigt dafür, sich mit maßgeschneiderten Gesetzen und rechtlichen Finten Verfahren zu entziehen. Erst kürzlich sorgte ein neues Amnestie-Gesetz, durch das zwei Verfahren gegen Berlusconi eingestellt werden, für Tumulte unter den Abgeordneten.

Der Prozessauftakt in der Ruby-Affäre wurde international mit großer Spannung erwartet. Mit seiner Mischung aus Sex, Promis und Macht bietet er all das, was Quote, Klicks und Auflage bringt. 110 Journalisten aus aller Welt sind akkreditiert. Neben detaillierten Einsichten in die intimen Geschehnisse in Berlusconis Villa, erhoffen sich die Medien auch George Clooney und Christiano Ronaldo als Zeugen vor Gericht zu sehen.

Die meisten Italiener glauben dabei nicht an eine Verurteilung Berlusconis. Seine Umfragewerte in der Bevölkerung erreichen einen historischen Tiefpunkt. Falls schon nicht der Prozess um die Ruby-Affäre Berlusconis politische Karriere beendet, so sind es dann vielleicht die nächsten Wahlen.

Quelle: focus.de, tagesschau.de
Bild: riccardodivirgilio/flickr.com

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