Berlusconi denkt an Rückzug aus der Politik

Italiens Ministerpräsident Berlusconi deutete am Mittwochabend vor ausländischen Pressevertretern einen möglichen Rücktritt aus der Politik in zwei Jahren an. Er wolle nach Ablauf der Legislaturperiode möglicherweise nicht wieder kandidieren.

Eine endgültige Entscheidung würde auch von zukünftigen Umfragewerten abhängig gemacht werden. Berlusconi denkt zwar über einen Rückzug aus dem alltäglichen Politikgeschäft nach, kann sich aber gut vorstellen, repräsentative Aufgaben in seiner Partei PDL weiterhin zu übernehmen. Das Amt des Staatspräsidenten soll er jedoch nicht ins Auge gefasst haben.

Auch wenn Berlusconi noch keinen spruchreifen Entschluss gefasst hat und es bis zur nächsten Wahl noch zwei Jahre hin sind, kocht die Gerüchteküche, wer sein möglicher Nachfolger werden könnte.

Berlusconi hat anscheinend bereits angedeutet, dass er sich den jetzigen Justizminister Angelino Alfano in der Rolle des Regierungschefs vorstellen könnte. Berlusconi scheint auf dessen Loyalität zu vertrauen. Schon jetzt zählt er auf die Kooperation des Justizministers wenn es darum geht, die gegen ihn laufenden Prozesse loszuwerden. Schützenhilfe, die er auch nach seinem Rücktritt als Regierungschef brauchen wird.

Zwar sieht es so aus, als ob zwei der vier gegen den 74jährigen laufenden Prozesse Dank eines neuen Gesetztes eingestellt werden müssen, der Ministerpräsident muss sich aber immer noch in der äußerst delikaten Ruby-Affäre vor Gericht verantworten, in der er der Begünstigung der Prostitution einer Minderjährigen und des Amtsmissbrauchs beschuldigt wird.

Es ist also nicht unvorstellbar, dass Berlusconi in der Ruby-Affäre all seine Finten und juristischen Tricksereien nichts nützen werden und er noch vor Ende der Legislaturperiode seinen Rücktritt erklären muss.

Quelle: ftd.de, dw-world.de
Bild: CiuPix/flickr.com , europeanpeoplesparty/flickr.com

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