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Berlusconi vergleicht italienische Flüchtlingscamps mit Konzentrationslagern

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi steht erneut unter Kritik, weil er die Flüchtlingscamps für Flüchtlinge aus Afrika mit den Konzentrationslagern der Nazis verglichen hat. Wie Spiegel Online berichtet, wollte er mit dieser Aussage, die unter massiver Kritik stehende Abschiebepolitik Italiens rechtfertigen.

Die Bemerkung fiel bei einem Zusammentreffen mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der von Berlusconi Respekt für die Rechte der Asylsuchenden aus Afrika forderte. Das Land hatte nach Berlusconis Regierungsantritt, die Maßnahmen gegen die illegale Einwanderung verschärft und fängt Flüchtlinge auf dem Mittelmehr ab und bringt diese nach Libyen.

Die Aussage ist gerade deswegen so abstrus, weil Berlusconi erst Anfang des Monats, die besagten Auffangcamps verteidigt hat. Hilfsorganisationen haben gegen die Zustände in den italienischen Auffanglagern protestiert. Neben der Überfüllung und den schlechten, hygienischen Bedingungen, sei es auch schon zu Misshandlungen durch zuständige Polizisten gekommen.

Nach Ausschreitungen im Flüchtlingslager auf der Insel Lampedusa, hatte Berlusconi betont, dass die Zustände im dortigen Lager gut seien, und dass es den Lagerinsassen möglich wäre, "jederzeit ein Bier trinken zu gehen"."Das ist kein Konzentrationslager", fügte Berlusconi damals hinzu und widerspricht sich einen Monat später nun selbst.

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