Berlusconi-Angreifer entschuldigt sich per Brief

Mit einem Brief entschuldigt sich Massimo Tartaglia, der den italienischen Ministerpräsidenten am Sonntag tätlich angegriffen hat, bei Silvio Berlusconi. Es sei eine 'feige und unkontrollierte Tat' gewesen, die der Mailänder inzwischen sehr bedauere. Bei dem Angriff wurde Berlusconis Nasenscheidewand verletzt und zwei Vorderzähne beschädigt.

Der 42-jährige Massimo Tartaglia griff den Politiker mit einer Nachbildung des Mailander Doms an, die er Berlusconi ins Gesicht warf. Er wurde von der Mailänder Polizei sofort nach der Tat festgenommen. Der Täter habe in der Vergangenheit psychische Probleme gehabt, berichtet Spiegel online. Er sei seit Jahren seelisch labil.

Der italienischen Staatspräsident Silvio Berlusconi liegt nach wie vor im Krankenhaus und wird mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt. Eine Operation sei nicht nötig gewesen. In Zukunft werden die Sicherheitsvorkehrungen bei öffentlichen Auftritten des 73-Jährigen wohl verschärft.

Silvio Berlusconi selbst fragte sich schon während der Fahrt ins Krankenhaus, was wohl die Motive des Angriffes gewesen seien. Er soll laut seinem Sprecher gesagt haben: 'Wissen Sie, das Klima des Hasses macht mir wirklich Sorgen.' Und habe direkt danach gefragt: 'Denken Sie, mir könnte etwas zustoßen?' Berlusconi fiel in den letzten Monaten mehr durch Korruptions- und Sexskandale auf, als durch brauchbare politische Entscheidungen. Das politische Klima sei vergiftet, was auch die Folge von Berlusconis geschmacklose Angriffe auf politische Gegner gewesen sei, meint SPON.

Durch den Angriff schlagen Berlusconi derzeit allerdings viele Sympathien entgegen. Selbst 'La Repubblica', die Zeitung, die als größter Kämpfer gegen Berlusconi auftritt, solidarisierte sich mit dem Ministerpräsidenten. Es stehe nichts weniger als die Freiheit auf dem Spiel. Die Oppositionspartei PD zeigte zwar auch Solidarität mit Silvio Berlusconi, sagte aber auch, dass er selbst an dem vergifteten Klima schuld sei. Bei einem Italiener brannten jetzt die Sicherungen zwar durch, aber Massimo Tartaglia entschuldigte sich bereits in einem Brief für seine Tat.

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