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Bestimmen die Gene, wieviel Schlaf wir brauchen?

Steht am Ende ein möglicher Schlafmangel mit unseren Genen in Verbindung? Das will zumindest eine Studie der University of Pennsylvania herausgefunden haben, die dazu mehr als 100 Probanden eine Woche lang auf Schlafentzug setzte.

Laut der Studie der Forschergruppe unter Leitung der Wissenschaftlerin Namni Goel ist ein einziges Gen dafür verantwortlich, mit wieviel bzw. wie wenig Schlaf jemand auskommen kann. Möglicherweise eignet sich das Gen mit dem Namen 'DQB1*0602' als Biomarker, mit dessen Hilfe herausgefunden werden kann, wer sich für die Arbeit im Nachtdienst oder Reisen über mehrere Zeitzonen hinweg besonders gut eignet.

Träger des Gens 'DQB1*0602' sind bei Schlafmangel grundsätzlich müder und erschöpfter als Menschen ohne dieses Gen. Sie wachen zudem nachts häufiger auf und haben wesentlich kürzere Tiefschlafphasen als Menschen ohne dieses Gen. Dabei ist die Studie der University of Pennsylvania nicht die erste, die dieses Gen nachgewiesen hat. Entdeckt wurde es im Zusammenhang mit Untersuchungen der Narkolepsie, an der Träger des Gens häufig erkranken. Goel und ihrem Team gelang es jetzt mit ihrer Untersuchung den Nachweis zu erbringen, dass das Gen die Menge an Schlaf bestimmt, die ein Mensch braucht.

Für ihre im Fachmagazin 'Neurology' publizierte Studie beobachteten die Forscher der Universität of Pennsylvania eine Woche lang eine Stichprobe von 139 Erwachsenen. 37 von ihnen trugen das Gen - allerdings ohne an Narkolepsie erkrankt zu sein - 92 der Probanden trugen es dagegen nicht. Im Rahmen der Untersuchungen wurden die Probanden sieben Nächte lang beobachtet, dabei durften sie in den ersten beiden Nächten jeweils zehn Stunden schlafen, in den fünf darauf folgenden nur vier Stunden. Bis das für die Schlafmenge verantwortliche Gen allerdings als Biomarker genutzt werden kann, müssten laut Goel weitere Untersuchungen folgen.

Bild: Ed Yourdon/flickr.com

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