Excite

'Betriebsratsverseucht' ist das Unwort des Jahres

Es ist inzwischen lieb gewonnen Tradition von Sprachwissenschaftlern, in jedem Jahr das Unwort des Jahres zu bestimmen. In diesem Jahr lautet es 'Betriebsratsverseucht'. Das Besondere: Kein Politiker oder Journalist prägte es, sondern der Leiter eines Baumarktes.

Das Unwort des Jahres lautete in den letzten Jahren zum Beispiel 'Kollateralschaden' (1999) oder 'notleidende Banken'. Diesmal aber geht es den Angestellten an den Kragen, denn ein Baumarktleiter hat anscheinend seine Bürotür zu weit offen gelassen und schimpfte auf Betriebsräte.

Eine Jury aus Sprachwissenschaftlern setzte sich zusammen und grübelte über das Unwort des Jahres nach. Am Ende stand es fest: 'Betriebsratsverseucht'. In Zeiten der wirtschaftlichen Krise wirke diese Wahl wie eine Moralpredigt, meint Zeit online. Der Bausmarktleiter habe wohl mit diesem Begriff den Betriebsrat als Wurzel allen Übels darstellen wollen. Die Wahl zum Unwort indes mache nun die Arbeitgeber zum Sündenbock. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte.

Die Unwort des Jahres-Wahl möchte an sich nur eine Debatte über die deutsche Sprache anstoßen. In Zeiten der Verrohung des gesprochenen Wortes vielleicht nicht das Schlechteste.

Bild: YouTube

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016