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"The Imitation Game" - 10 Fakten zum Enigma-Knacker Alan Turing

Heute, am 22. Januar 2015, kommt "The Imitation Game" in Deutschland in die Kinos. Die Story handelt vom tragischen Schicksal des Mathe-Cracks Alan Turing, der es geschaffte hatte, im Zweiten Weltkrieg die Codes der deutschen Enigma-Maschine zu knacken.

Der wirklich sehenswerte Film ist stolze achtmal für den Oscar nominiert worden - aber was steckt hinter der Geschichte? Wir verraten Ihnen 10 Fakten zum wahren Alan Turing - zu seiner Leistung, seiner Homosexualität und zu seinem Tod. Und hat das Apple-Logo wirklich etwas mit Turing zu tun?

Fotos: Twitter

Staatsgeheimnis Enigma
Bis in die 1970er-Jahre war die Geschichte des Mathematikers Alan Turing unbekannt. Seine Arbeit und seine Erfolge als Codeknacker der britischen Regierung zur Zeit des Zweiten Weltkriegs sind lange Verschlusssache geblieben.

Erst als der Physiker Andrew Hodges die Lebensgeschichte Alan Turins als "Vater der Computerwissenschaften" mit einer Biographie bedachte, kam die Sache an die Oberfläche.

Er sagte: "Turing war Mathematiker, das finden viele vielleicht erstmal nicht so sexy." Dennoch sei seine Geschichte interessant und sehr außergewöhnlich: "Er schrieb zwar über künstliche Intelligenz aber es klingt immer der Gedanke mit: Ich bin ein menschliches Wesen, das sind meine Gefühle. Diese Verbindung zwischen Humanität und logischer Wissenschaft ist für einen Mathematiker einzigartig."

"The Imitation Game" - Biopic-Drama mit realem Hintergrund
Die Turing-Biografie von Hodges bildet die Vorlage für den Film "The Imitation Game", in welchem Benedict Cumberbatch (Sherlock Holmes) das Mathe-Genie verkörpert. Während des Zweiten Weltkriegs versuchen sich er und eine kleine Zahl von Eingeweihten fieberhaft daran, den Enigma-Code der Deutschen zu knacken.

"The Imitation Game" - Biopic-Drama mit realem Hintergrund
Die Turing-Biografie von Hodges bildet die Vorlage für den Film "The Imitation Game", in welchem Benedict Cumberbatch (Sherlock Holmes) das Mathe-Genie verkörpert. Während des Zweiten Weltkriegs versuchen sich er und eine kleine Zahl von Eingeweihten fieberhaft daran, den Enigma-Code der Deutschen zu knacken.

Das Genie mit einem Traum
Alan Turing soll schon im zarten Alter von 15 Jahren die Relativitätstheorie Albert Einsteins für seine Mutter zusammengefasst haben. Und Zeit seines Lebens träumte er von intelligenten Maschinen, die "alles können".

Alan Turings Homosexualität
In England war Homosexualität noch bis zum Jahr 1967 strafbar - und die Tatsache, das Alan Turing schwul gewesen ist, wurde ihm schließlich zum Verhängnis.

Er versuchte seine Sexualität zu überspielen und bat seine seine Kollegin und enge Vertraute Joan Clarke, seine Frau zu werden. Die echte Joan Clarke, die im Film "The Imitation Game" von Keira Knightley gespielt wird, erinnert sich gut an an diese Situation: "Ich war wirklich überrascht, als er fragte: Kannst Du Dir vorstellen, meine Frau zu werden? Ich war aber nicht zu überrascht, um nicht sofort 'Ja' zu sagen. Alan kam zu mir und küsste mich. Viel Körperkontakt hatten wir nicht." Zu einer Hochzeit kam es dann aber nicht, Turing gestand Clarke später, dass er schwul ist.

Turings ehemaliger Kollege Shaun Wylie sagte rückblickend, dass es gut war, dass die Sicherheitsbehörden im Krieg nichts seiner Homosexualität gewusst hatten, denn "am Ende hätten sie ihn gefeuert und wir hätten den Krieg verloren."

Turings ehemaliger Kollege Shaun Wylie sagte rückblickend, dass es gut war, dass die Sicherheitsbehörden im Krieg nichts seiner Homosexualität gewusst hatten, denn "am Ende hätten sie ihn gefeuert und wir hätten den Krieg verloren."

Hat Turing den Krieg verkürzt?
Man sagt, dass Alan Turins erfolgreiche Entschlüsselung des Enigma-Codes den Krieg um zwei Jahre verkürzt habe. Und er hat mit der Entwicklung seiner "intelligenten Maschine" nicht nur unzählige Leben gerettet, sondern auch den Grundstein gelegt für unsere heutigen Computer.

Als Held belobigt - als Schwuler verdammt
Alan Turing wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Winston Churchill als nationaler Held belobigt. Das allerdings schützte den Codeknacker nicht davor, später wegen Unzucht vor Gericht zu landen - wegen der intimen Beziehung zu einem Mann.

Das Urteil sah vor, dass Turing sich einer chemischen Kastration unterzieht, seine Homosexualität gilt als Sicherheitsrisiko.

Selbstmord? Oder nicht?
Kurz bevor er 42 Jahre alt wurde, fand man Alan Turing tot in seiner Wohnung. Ein abgebissener Apfel soll neben ihm gelegen haben, dieser war mit Zyanid vergiftet. Vermutlich hat er sich selbst vergiftet, aber es rankten sich dennoch viele Verschwörungtheorien um den Tod von Alan Turing.

Apple Logo als Hommage an Turing?
Es wurde darüber spekuliert, ob der angebissene Apfel - das Logo der Computerfirma Apple - als Hommage an Alan Turing entstanden sei. Apple-Gründer Steve Jobs hat dies aber bestritten, er sagte: "Stimmt nicht. Aber ich wünschte, es wäre so."

Ehrungen für Alan Turing - nach 50 Jahren
Erst fünf Jahrzehnte nach seinem Tod bat der britische Premierminister Gordon Brown um Entschuldigung dafür, wie damals homosexuelle Menschen behandelt worden sind.

Auch die Queen begnadigte Turing im Jahr 2013 mit dem "Royal Pardon" - allerdings nur ihn. Alle weiteren rund 50 000 homosexuellen Männer, die bis zum Jahr 1967 verfolgt worden waren, wurden nicht begnadigt.

Ehrungen für Alan Turing - nach 50 Jahren
Erst fünf Jahrzehnte nach seinem Tod bat der britische Premierminister Gordon Brown um Entschuldigung dafür, wie damals homosexuelle Menschen behandelt worden sind.

Auch die Queen begnadigte Turing im Jahr 2013 mit dem "Royal Pardon" - allerdings nur ihn. Alle weiteren rund 50 000 homosexuellen Männer, die bis zum Jahr 1967 verfolgt worden waren, wurden nicht begnadigt.

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