Excite

Bin Laden droht Europa

Al Qaida-Chef Osama bin Laden hat Europa wegen der in dänischen Zeitungen veröffentlichten Mohammed-Karikaturen mit Vergeltung gedroht.

Der Abdruck der Karikaturen beleidige die Muslime und sei Teil eines neuen Kreuzzuges, in den auch der Papst verstrickt sei, hieß es in einer im Internet verbreiteten Audio-Aufnahme, die Bin Laden zugeschrieben wurde. Zuletzt hatte sich Bin Laden am 29. Dezember vergangenen Jahres mit einer Tonbotschaft im Internet zu Wort gemeldet.

Europa müsse sich auf eine "Abrechnung" gefasst machen, sagte der Chef des Terrornetzwerks in der Audio-Botschaft. Die Veröffentlichung fällt auf den Tag, der in der islamischen Welt als Geburtstag Mohammeds gilt und auf den fünften Jahrestag des Irak-Kriegs.

Die Stimme wandte sich an die „weisen Männer“ der Europäischen Union. Die Veröffentlichung der Karikaturen sei ein größeres Verbrechen als das Vorgehen der westlichen Truppen gegen muslimische Dörfer und die Tötung von Frauen und Kindern, sagte der al-Qaida Chef. Die Aufnahme war mit einer Animation unterlegt, auf der ein Speer blutspritzend eine rote Landkarte Europas durchbohrt.

Bin Laden griff in der Botschaft auch US-Präsident George W. Bush an, den er als Europas "unterdrückerischen Verbündeten" bezeichnete, "der - zusammen mit seiner aggressiven Politik - bald das Weiße Haus verlassen" werde.

Mitte Februar hatten dänische Zeitungen aus Protest gegen ein Mordkomplott von Muslimen eine umstrittene Mohammed-Karikatur des bedrohten Zeichners nachgedruckt. Dabei wurde erneut eines der Werke von Kurt Westergaard aus dem „Jyllands-Posten“ veröffentlicht, die im September 2005 in mehreren Ländern zu Unruhen mit Dutzenden Todesopfern geführt hatten.

Die Polizei hatte zuvor einen Dänen marokkanischer Abstammung und zwei Tunesier festgenommen, die nach Angaben des Geheimdienstes die Ermordung des 73-jährigen Zeichners geplant hatten.



Chronologie der Botschaften von Osama bin Laden

29. Dezember 2007: In einer Botschaft auf islamistischen Webseiten ruft Bin Laden die Sunniten im Irak zur Einheit gegen die USA auf und droht mit Anschlägen auf Israel.

29. November 2007: Bin Laden ruft in einer Tonbandbotschaft die Europäer auf, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Der Krieg sei ungerecht, „die meisten Opfer dort sind Frauen und Kinder“, heißt es.

22. Oktober 2007: Der arabische Sender El Dschasira strahlt eine Bin Laden zugeschriebene Tonbandbotschaft aus. Darin ruft Bin Laden die Iraker dazu auf, sich „unter dem Banner des Islam“ zu vereinen.

20. September 2007: In einer mit alten Videoausschnitten unterlegten Audiobotschaft ruft Bin Laden zum Krieg gegen den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf auf.

11. September 2007: Bin Laden nutzt das Gedenken in den USA an den Anschlägen vom 11. September 2001 für eine neue Videobotschaft. Darin nennt er die Attentäter „19 Helden“.

7. September 2007: In seiner ersten Videobotschaft seit drei Jahren sagt Bin Laden ein Scheitern der USA im Irak voraus. Er kritisiert US-Präsident George W. Bush und ruft die Amerikaner auf, zum Islam überzutreten.

1. Juli 2006: Bin Laden ruft in einer Tonbandbotschaft zu Gewalt gegen die Schiiten im Irak auf. Sie müssten bestraft werden, weil sie mit den USA sunnitische Städte angegriffen hätten.

23. Mai 2006: Bin Laden erklärt per Tonband, er selbst habe die 19 Attentäter vom 11. September ausgewählt.

23. April 2006: Per Tonband wirft Bin Laden dem Westen einen „Kreuzzug gegen den Islam“ vor.

19. Januar 2006: In einer Audio-Botschaft an das amerikanische Volk unterbreitet Bin Laden den USA ein Waffenstillstandsangebot und droht mit neuen Anschlägen.


Quellen: focus.de, welt.de und Chronologie
Bild: ManylaRice


Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016