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Birmas Militär blockieren weiterhin Hilfe aus dem Ausland

Birma blockiert weiterhin Hilfe aus dem Ausland. Obwohl die Generäle vor einigen Tagen endlich zusagten, ausländische Helfer ins Land zu lassen, wird denen der Zugang zu Katastrophengebieten nach wie vor erschwert. Nach der Zyklon-Katastrophe vor einigen Wochen sind 2,4 Millionen obdach- und mittellose Menschen auf Hilfe angewiesen. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon war vor Ort und konnte die Verantwortlichen der birmanesischen Militärdiktatur davon überzeugen, endlich Hilfe anzunehmen. Der internationale Druck auf Birma war aber scheinbar nicht groß genug, denn die nächsten Probleme behindern bereits eine reibungslose Hilfsarbeit.

Besonders problematisch ist, dass es den Helfern immer noch schwer gemacht wird, direkt in die Katastrophengebiete zu gelangen. Vor wenigen Tagen schockierte bereits die Meldung, dass französische Schiffe mit Hilfsgütern nach Thailand umgeleitet wurden und so 1000 Tonnen Ladung in Phuket statt in Birma ankamen. Neben dem Blockieren der Hilfe wirft man der Militärjunta vor, Flüchtlingslager viel zu früh zu schließen und so alle Maßnahmen zu erschweren. Besonders trauriges Beispiel: Nach der Schließung eines Lagers in Bogalay sollen 300 Menschen auf drei Schiffe verteilt worden, gekentert und schließlich ertunken sein.

Derweil zeigt sich die Regierung von Birma recht unbeeindruckt durch die internationale Kritik. Statt zu reagieren entschied die Junta den Hausarrest der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zu verlängern. Die Friedensnobelpreisträgerin stand seit 1990 insgesamt 12 Jahre unter Arrest, weil sie seit den späten 1980ern für eine gewaltlose Demokratisierung Birmas kämpft. 1990 hatte ihre Partei die Wahlen in Birma gewonnen, was jedoch nicht von den Militärs anerkannt wurde.

Trotz der Kritik der USA und der UN am Arrest Suu Kyis will die Junta sie für weitere 6 Monate in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Außerdem nahmen sie am Dienstag 15 Mitglieder ihrer Partei, der Nationalen Liga für Demokratie, fest. Diese versuchten in Rangun zum Haus von Aung San Suu Kyi zu gelangen, was wegen der verschärften Sicherheitsvorkehrungen um das Anwesen nicht möglich war. Statt wie gefordert endlich Taten folgen zu lassen, schottet sich Birma weiter ab und blockiert ausländische Hilfe.

Quelle: sueddeutsche.de, ZEIT Online

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