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Breivik Prozess: Er erklärt sich für nicht schuldig

Heute startete der Prozess gegen Anders Behring Breivik, der vor neun Monaten mit den Anschlägen in Oslo und Utöya insgesamt 77 Menschen tötete. Breivik ist wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt.

In diesem Prozess muss eigentlich nur über die Schuld des Angeklagten diskutiert werden, da die normale Beweisauflage wie z.B. Wie ist die Tat abgelaufen, Wer ist der Täter etc., bereits beantwortet sind. Der Prozess ist für zehn Wochen angesetzt und wird demnach den psychischen Gesundheitszustand des Angeklagten im Mittelpunkt stehen haben. In einem ersten Gutachten wurde Breivik für unzurechnungsfähig erklärt, in einem zweiten bescheinigten die Experten ihm allerdings geistige Gesundheit.

Kaum war der Prozess eröffnet, setzte sich Breivik (33) bereits in Szene und hebte seine geballte Faust zum rechtsradikalen Gruß. Außerdem erklärt er, dass er das norwegische Recht nicht anerkenne, da das Rechtssystem vom Mulitkulturalismus unterwandert sei.

Der geständige Attentäter wiederholte sein Geständnis, am 22. Juli vergangenen Jahres 77 Menschen getötet zu haben, bekannte sich allerdings nicht schuldig: "Ich gebe die Taten zu, aber nicht die juristische Schuld." Er habe aus Notwehr gehandelt und Norwegen vor einer Islamisierung schützen wollen. Vor Gericht wird Breivik laut seinem Anwalt sein Bedauern äußern, dass er nicht noch mehr Menschen tötete.

Vier Rechtspsychiater werden den gesamten Prozess mitverfolgen und werden auf Grundlage dieser Beobachtungen ihre Gutachten noch einmal überarbeiten. Der norwegische Fernsehsender NRK wird Teile des Gerichtsprozesses übertragen, allerdings darf die Aussage von Breivik nicht gezeigt werden. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten die Höchststrafe von 21 Jahren Haft.

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