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Bundestag lockert Gesetz für Stammzellenimport

Künftig werden deutsche Forscher mehr Freiheit bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen haben.

In seiner Sitzung vom 11. April entschied der Bundestag eine einmalige Verschiebung des Stichtages für zur Forschung freigegebene Stammzellen. Mit dieser Entscheidung erweitern sich die Möglichkeiten der Forscher immens, da sie künftig deutlich weniger Restriktionen unterworfen sein werden.

Konnte bislang ausschließlich mit Zelllinien gearbeitet werden, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen und nach Deutschland importiert wurden, so wird dieser Stichtag durch den Beschluss nun auf den 1. Mai 2007 verschoben. So wird es deutschen Forschern zukünftig möglich sein, auf eine deutlich größere Anzahl qualitativ hochwertiger Zelllinien zurückzugreifen.

Darüber hinaus, so Oliver Brüstle vom Bonner Institut für Rekonstruktive Neurobiologie, erleichtere die neue Gesetzsprechung künftig die internationale Zusammenarbeit und biete den Forschern auch endlich eine gewisse Rechtssicherheit.

Vorausgegangen war besonders in den letzten Wochen eine teils sehr hitzige und emotionale Debatte zwischen Befürwortern und Gegner der Stammzellenforschung. Während die einen die Notwendigkeit einer Lockerung des Gesetzes betonten, damit Deutschland international nicht den Anschluss verliere, äußerten die anderen insbesondere ethische Bedenken.

So hatten sich beispielsweise Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Forschungsministerin Annette Schavan (beide CDU) im Bundestag für die Verschiebung ausgesprochen, wohingegen Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) betonte, dass „menschliches Leben nicht relativierbar“ sei.

Nachdem das Gesetz nun aber verabschiedet ist, äußern Gegner die Befürchtung, dies könnte nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer immer weiter fortschreitenden Lockerung gewesen sein. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Debatte zukünftig entwickelt.

Quelle: tagesschau.de
Bild: Mathias Siegmund (Flickr)

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