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Ca. 77 Tote bei schwerem Zugunglück in Spanien

Im Nordwesten Spaniens ist am gestrigen Mittwochabend ein Zug bei der Einfahrt in den Bahnhof schwer verunglückt. Gegen 21 Uhr sind alle 13 Waggons des Schnellzuges in einer Kurve entgleist, prallten aneinander und verkeilten sich. Ein Waggon flog sogar durch die Luft und landete fünf Meter weiter auf einer anliegenden Straße. Nach vorläufiger Bilanz gibt es 77 Tote, 140 Menschen wurden bei dem Unglück verletzt.

Die staatliche Eisenbahngesellschaft Renfe hatte mitgeteilt, dass sich mehr als 200 Personen während der Entgleisung im Zug befunden hatten. 73 Leichen wurden gestern abend aus den Trümmern geborgen, vier schwer Verletzte verstarben später im Krankenhaus. Es sei zudem nicht ausszuschließen, dass noch weitere Tote oder Verletzte gefunden würden.

Ein Augenzeuge berichtete von einer Explosion, ein Überlebender erzählte dem Radiosender Cadena Ser: "Es passierte so schnell, eine Menge Menschen wurde zu Boden gedrückt. Wir haben versucht, ins Freie zu kommen, und bemerkten dabei, dass der Zug in Flammen stand." Der Präsident der autonomen spanischen Region Galizien, Alberto Nuñez Feijoo, sagte in einem TV-Interview: "Das Szenario ist schockierend. Das ist wie Dantes Inferno."

Bilder des Unglücks

Die Ursache, die zur Katastrophe führte, ist bisher unklar. Die Bahn hatte sich auf dem Weg von Madrid nach El Ferrol befunden, eine etwa 100 Kilometer entfernte Stadt von Santiago de Compostela. Diese Strecke ist wohl noch nicht komplett integriert in das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz, deshalb würden besondere Züge eingesetzt. Eine Regierungssprecherin sagte, man ginge von einem Unfall aus. Der Zugführer hat mittlerweile eingeräumt, zu schnell gefahren zu sein.

Ministerpräsident Mariano Rajoy wird heute an der Unglücksstelle erwartet, er ist in der Pilgerstadt Santiago de Compostela geboren worden. Den Opfern und ihren Angehörigen sprach er bereits sein Beileid aus: "Ich möchte den Opfern des fürchterlichen Zugunglücks in Santiago meine Zuneigung und Verbundenheit ausdrücken." Das heutige Pilgerfest zu Ehren des Schutzpatrons von Galizien, dem Heiligen Jakob, wurde abgesagt.

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