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Christian Ganczarski im Djerbaprozess zu 18 Jahren Haft verurteilt

Der aus Duisburg stammende Christian Ganczarski ist wegen Komplizenschaft am Attentat auf der Insel Djerba bei der 21 Menschen ums Leben gekommen waren, zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Nach Meldung der FAZ wurde das Urteil von den französischen Richtern einstimmig beschlossen. Das Schwurgericht verurteilte damit weit unter der Forderung der Anklage, die ursprünglich 30 Jahre Haft vorgeschlagen hatte.

Ganczarski, der 1986 zum Islam konvertiert ist und seit fünf Jahren in französischer Untersuchungshaft sitzt, bestreitet die Mitwisser- und Mittäterschaft und bezeichnete die Forderung von der Anklage als unglaublich. Nach seiner Auffassung, suche die Justiz nur Jemanden zum Verurteilen, der Muslime ist und Osama bin Laden kennen würde. Seine Bekanntschaft zu Osama Bin Laden bestritt der Verurteilte nicht, bezeichnete diese allerdings als eine persönliche, ohne terroristischen Hintergrund. Auch seine Reisen nach Afghanistan seien privater Natur gewesen.

Neben Ganczarski wurde auch der Bruder des Attentäters, Walid Nawar, wegen Mittäterschaft verurteilt und erhielt zwölf Jahre Haft. Walid Nawar entschuldigte sich vor Gericht für die Tat seine Bruders. Weiterhin wurde auch gegen Kuwaiter Chalid Scheich Moahammed verhandelt, der allerdings in Guantánamo, Kuba von den Amerikanern gefangen gehalten wird, weswegen das Verfahren abgekoppelt worden war. Scheich Momammed wird auch mit den Anschlägen auf das World Trade Center in Verbindung gebracht.

Das Attentat wurde am 11. April 2002 vom Tunesier Nizar Nawar ausgeführt. Ziel des Attentats war die die Synagoge La Ghriba, die ein beliebtes Ziel von Djerba Touristen gewesen ist. Er sprengte sich an der Synagoge in die Luft, indem er mit einem Transporter, der mit Flüssiggas beladenen gewesen ist, in die Synagoge fuhr. Bei dem Attentat waren neben 14 Deutschen, auch zwei Franzosen umgekommen, weswegen die französische Justiz erst die Ermittlungen aufnahm. Christian Ganczarski muss seine 18jährige Haftstrafe aber nicht in Frankreich verbüßen, sondern kann diese nach Abstimmung mit den französischen und deutschen Behörden auch in Deutschland absitzen.


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