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Darf das Flüchtlingsmädchen Reem nun doch in Deutschland bleiben?

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Dieses Flüchtlingsmädchen hat berührt: Die 14-jährige Reem war bei einem Gespräch mit der Bundeskanzlerin in Tränen ausgebrochen, weil diese - sehr nüchtern aber sehr ehrlich - sagte, sie würde zurück in ihr Heimatland geschickt.

Reem lebt seit vier Jahren in Deutschland. Sie ist voll integriert, spricht sowohl fließend Deutsch, als auch Englisch. Und sie ist hochmotiviert, hat Träume, will studieren und etwas aus sich machen. Ihr Leben und das ihrer Familie, war allerdings immer überschattet von der Angst, abgeschoben zu werden. Und nicht zu wissen, welche Zukunft sie erwarten würde. Sie wurden lediglich geduldet, hatten keine gültige Aufenthaltserlaubnis - vier ganze Jahre lang.

Das Interview mit Angela Merkel brachte Klarheit: Sie muss zurück nach Palästina. Ein Schock - auch wenn Reem gewusst haben muss, das ihr genau dies bevorsteht. Das Interview brachte ebenso Aufruhr und Empörung mit sich. Darf eine Familie nach so langer Zeit einfach abgeschoben werden? Wann ist die Zeitgrenze für so eine Entscheidung überschritten?

Die Flüchtlingsdebatte kam durch den Vorfall wieder ins (öffentliche) Rollen. Und das Flüchtlingsmädchen darf sich nun vielleicht doch Hoffnungen machen. Der Bürgermeister von Rostocks, Roland Mietling, hat Reem versprochen: Vorerst keine Ausweisung! Und ab September 2015 soll folgendes Gesetz gelten: Kinder, die seit vier Jahren in Deutschland leben, sollen bleiben dürfen. Bei verheirateten Erwachsenen liegt die Grenze bei sechs Jahren, bei alleinstehenden Erwachsenen bei acht Jahren.

Über ein neues Zuwanderungsgesetz wird verhandelt. Die Bearbeitung solcher Bescheide - Duldung, Bleiberecht oder Abschiebung - sollen sich dadurch verkürzen. Bisher wird jeder Flüchtling, der auf einen Asylbescheid wartet, "geduldet". Er gilt als Asylbewerber und ist damit vor der Abschiebung geschützt.

Dürfen Flüchtlinge in Deutschland arbeiten?

Seit Januar 2015 dürfen Asylbewerber auch arbeiten. Nach drei Monaten Aufenthalt ist es ihnen erlaubt, eine Arbeit anzunehmen, die "kein Deutscher oder EU-Bürger die Stelle ausfüllen kann". Nach 15 Monaten entfällt diese - zugegebenermaßen recht deutungsfreudige - Umschreibung.

Warum gibt es in Deutschland keine Greencard?

In den USA hat sie Tradition - Deutschland hat sich bisher gegen eine solche Regelung verwehrt. Lediglich Akademiker oder Fachkräfte, die einen Arbeitsvertrag ab 48 000 Euro Jahreseinkommen (!!!) vorweise können, bekamen eine sogenannte "Blue Card". Vier Jahre lang durften sie dann in Deutschland bleiben. Bis zum 2014 wurde sie an 11 848 Zuwanderer ausgegeben. Der Wirtschaft reicht dies nicht. Der Innen-Staatssekretär Ole Schröder (CDU) meint dazu: "Die Wirtschaft muss die bestehenden Möglichkeiten nutzen, um Fachkräfte nach Deutschland zu holen, statt neue Zugangsregelungen zu fordern."

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