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Demo zum Al Quds Tag in Berlin 2014: Stimmung gespannt - freie Bahn für Antisemitismus?

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Demo zum Al Quds Tag in Berlin 2014: Israels Gaza-Offensive ist weltweit ein Thema - in Berlin wird es am heutigen Freitag zum Politikum: Anlässlich des Al-Quds-Tages 2014 wurde eine Demonstration anberaumt, bei der sich Gegner Israels versammeln - so viele wie noch nie zuvor an diesem Tag. Die Polizei wird die Situation an den Absperrgittern überwachen - zahlreiche Gegner der Demo und Befürworter der Politik Israels haben sich angekündigt.

Die Polizei hat klare Anweisungen erhalten, sollten die Al-Quds-Demonstranten antisemitische Statements propagieren. Dennoch ist die Demo gestattet worden und muss demnach geschützt werden. Die Stimmung in der Hauptstadt ist gespannt - es wird nicht ausgeschlossen, dass es zu Gewalt zwischen den beiden Seiten kommen könnte.

Was ist der Al Quds Tag?

Bei dem Al Quds Tag handelt es sich um einen offiziellen iranischen Feiertag, der im Jahr 1979 von Ayatollah Khomeini zum Ende des Fastenmonats Ramadan ausgerufen wurde, um die Muslime weltweit gegen Israel zu mobilisieren - ergo, zum Antisemitismus aufzurufen. Bis zum heutigen Tag wird im Iran dieser Feiertag alljährlich mit Massendemonstrationen begangen.

In Deutschland waren die Zahlen der Demonstranten zum Al Quds Tag in den letzten Jahren rückläufig. 2014, da der Gaza-Konflikt erneut zu eskalieren droht, bekommt die Demo zum Al-Quds-Tag aber so viel Zulauf, wie lange nicht mehr. Laut Polizeiangaben haben sich etwa 1500 Menschen für die Demonstrationen angemeldet. Dazu sollen ungefähr 400 Gegendemonstranten kommen. Zum Vergleich: 2013 hatten sich gerade mal 800 Personen am Al-Quds-Tag in Berlin versammelt. Die Berliner Polizei will ihre Präsenz entsprechend "deutlich erhöhen", so Stephan Redlich, Sprecher der Berliner Polizei. Auch Dolmetscher und Staatsschutz sollen anwesend sein.

Bei der Demo zum Al Quds Tag in Berlin ist es strikt verboten, Fahnen oder Puppen zu verbrennen. Ebenso untersagt sind Parolen, die zu Gewalttaten aufrufen oder diese gutheißen. Sollte dagegen verstossen werden, wolle die Polizei konsequent einschreiten. Grund für die deutlichen Worte ist eine Demo in den vergangenen Tagen: Bei Protestkundgebungen gegen die Militäroffensive Israels wurden antisemitische Parolen gerufen und es soll zu Übergriffen gegen jüdische Bürger gekommen sein. Die Polizei tat nichts - offiziell mit der Begründung, dass sie bei Beleidigungen nur dann einschreiten dürfe, wenn eine Anzeige vorläge.

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