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Der Dalai Lama zog die Massen nach Bochum

Wir berichteten bereits von der 33. Deutschlandreise des Dalai Lama. Heute trifft sich das geistliche Oberhaupt der Tibeter mit Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul. Außerdem findet zum Abschluss seiner Reise die Rede am Brandenburger Tor statt, wozu sich bereits zahlreiche Promis angemeldet haben.

Bisher verlief sein Aufenthalt nach Plan und der immer lächelnde Tibeter war froh, Deutschland "in solcher Blüte" zu sehen. Auch als er direkt nach seiner Ankunft am Frankfurter Flughafen mit Regierungsvertretern und Polizisten für sieben Minuten in einem Fahrstuhl stecken blieb, verhielt er sich gelassen und humorvoll. Mit den Worten "Ah, ein Experiment" soll er die anderen im Aufzug zum Lachen gebracht haben.

Seine Kundgebungen waren alle ausverkauft. Auch Eintrittspreise von 45 Euro, wie in Bochum, hielten die Besucher nicht davon ab, den kahlen 72-Jährigen zu bewundern. Dabei waren Menschen aus allen sozialen Schichten und jeden Alters anzutreffen. Teenager interessieren sich genauso für seine Lehren wie Rentner. Buddhismus ist auch längst kein Yuppie-Sport mehr, wie oft angenommen wird. Lehrer, Kaufleute, Schüler oder Elektriker, alle lauschen vereint dem offenherzigen Glatzkopf.

Bei dem unfreiwilligen Popstar-Dasein des Dalai Lama erklingen aber nicht nur positive Stimmen. Während er durch die Welt reist und friedlich die Autonomie Tibets fordert, fühlt jenes Volk eben wenig Fortschritt in seiner Befreiung von China. So kommen dann eben auch Widerstände mit Gewalt zu stande wie kürzlich in Lhasa und tibetische Politiker diskutieren längst über eine gewaltsame Befreiung Tibets, egal was der Dalai Lama dazu sagen würde.

Quelle: sueddeutsche.de, Welt Online
Bild: OlivIreland (Flickr)

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