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Der Vater packt aus: Hat Natascha Kampusch die Welt belogen?

Als ob Natascha Kampusch nicht schon genug Leid erlebt hat, muss sie nun auch noch ein Enthüllingsbuch ihres Vaters über sich ergehen. In diesem Buch hegt Ludwig Koch mehrere unerhörte Verdachtsmomente gegenüber seiner Tochter, die im Alter von zehn Jahren entführt wurde und acht Jahre lang in einem Kellerverlies hausen musste.

Und genau darum geht es in seinem Buch zum Beispiel. Der Vater zweifelt an, ob seine Tochter tatsächlich die ganzen Jahre in dem kleinen Raum leben musste. "Es schaut so aus, als wenn in diesem Raum nie jemand für lange Zeit lebte. Das Mädchen aus dem Keller ist ein Mythos", heißt es etwa in dem Buch, das Ludwig Koch mit Hilfe des Briten Allan Hall schrieb. Der Originaltitel heißt "Missing", die deutsche Version lautet "Vermisst. Die Suche des Vaters nach Natascha Kampusch".

Es geht aber noch weiter. Natascha Kampusch habe mit der Flucht extra gewartet, bis sie 18 gewesen sei, damit sie nicht in ein Heim komme. Auch das Verhältnis zu ihrem Entführer und Peiniger Wolfgang Priklopil sieht Ludwig Koch anders, als es seine Tochter darstellt. "Was sich zwischen Natascha und Priklopil entwickelte, was sie für ihn empfunden hat, das erscheint verschleiert. Polizeibeweise lassen mich glauben, dass sie nicht ehrlich war, wenn sie über ihr Leben mit Priklopil spricht", sagt der Vater.

Aber auch da ist noch nicht Ende der Fahnenstange, denn Lugwig Koch will wissen, dass Natascha Kampusch und Priklopil zusammen in einem Bett geschlafen hätten. Außerdem glaubt er, dass sie gar nicht so sehr gefangen gewesen sei, wie sie es sagte. "Sie entkam, weil sie wollte, und sie blieb lange, weil sie es wollte. Merkwürdig findet der Vater, dass sie ihn 'Verbrecher' nannte, aber sich nach seinem Selbstmord auf seinen Sarg stürzte und weinte."

Ludwig Koch bringt noch weitere Beispiele in seinem Buch an, die ihn zu der Überzeugung kommen lassen, dass beim Fall Kampusch einiges verschleiert wurde. Es geht um Zeugenaussagen und den besten Freund des Entführers. Außerdem glaubt er, dass der Hauptermittler Franz Kröll, der viele Ungereimtheiten im Leben von Natascha Kampusch aufdeckte und inzwischen verstarb, liquidiert wurde.

All das klingt wie die Abrechnung eines schwer enttäuschten und auch verwirrten Vaters. Dabei hat er eigentlich nur eins im Sinn: "Die Wahrheit liegt zwischen Natascha und mir aber sie blockiert unsere Beziehung. Ich spreche, weil ich sie liebe und zurückwill." Auf diesem Wege wird das aber wohl nix.

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