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Deutsche Bahn – Heimliche Überprüfung der Mitarbeiter

In noch viel größerem Maße als bislang bekannt, überprüfte die Chefetage der Deutschen Bahn über Jahre hinweg fast die gesamte Belegschaft des Konzerns. Heimlich wurden seit 1997 unter der intern "Babylon" genannten Aktion fast drei Viertel der Mitarbeiter auf Korruption "gescreent" wie es intern hieß. Dies räumte die Bahn nun ganz unverblümt ein.

Der Antikorruptionsbeauftragte der Deutschen Bahn AG Wolfgang Schaupensteiner nahm am Mittwoch vor dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages Stellung zu den Spitzelvorwürfen. Darin erklärte er, dass in den vergangenen Jahren rund 173.000 Mitarbeiter mit einem Datenabgleich überprüft worden seien – die Verkehrspolitiker des Bundestages trauten ihren Ohren kaum.

Bei dem heimlichen Datenabgleich, so die Deutsche Bahn, ging es wohl darum, die Daten von 80.000 Firmen, zu denen die Bahn Geschäftsbeziehungen pflegte zu überprüfen. Dabei seien wohl auch 300 Auffälligkeiten entdeckt worden, in etwa 100 Fällen habe es tatsächlich Hinweise auf Korruption gegeben. Aber dies dürfte kaum ein schlagendes Argument sein, 173.000 von insgesamt 240.000 Mitarbeitern heimlich zu überprüfen.

So sieht dies auch Uwe Beckmeyer, Verkehrspolitischer Sprecher der SPD: "Das ist unglaublich, hier sind Abgründe hochgekommen, die mich doch sehr erstaunt haben. Der Kampf gegen Korruption ist wichtig, aber hier wurde bewusst ein Generalverdacht ausgesprochen." Der Bahn droht nun eine Geldstrafe. Der Datenschutzbeauftragte Alexander Dix forderte in mindestens zwei Fällen Geldbußen von je 250.000 Euro. Im Februar soll bei einer erneuten Prüfung des Falls entscheiden werden, wie das Ausspähen der Deutschen-Bahn-Mitarbeiter letztlich bewertet werden soll.

Quelle: Spiegel.de, Netzeitung.de
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