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Deutschland schuldig am Irak-Krieg

Die Welt berichtet, dass ehemalige Mitarbeiter der US-Regierung schwere Vorwürfe gegen den Bundesnachrichtendienst erheben.

So habe der BND anscheinend falsche Informationen über angebliche irakische Biowaffen an die USA weitergeleitet, womit dem Nachrichtendienst eine Mitschuld am Krieg zukomme. Die Informationen seien falsch gewesen und hätten auf nur einer Quelle beruht, so der ehemalige Stabschef im Außenministerium, Larry Wilkerson, gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Die Informationen stammten anscheinend von einem irakischen Ingenieur (Codename: Curveball), der bis zum Sommer 2001 dem BND in mehr als 50 Sitzungen detailreiche Berichte über das angebliche mobile Biowaffenprogramm lieferte, so Wilkerson.

Außerdem habe der BND die Informationen „nicht zufällig geliefert, da wurde jedes Wort auf die Waage gelegt", sagte er weiter und er könne Deutschland keinen Freibrief ausstellen.

Der ehemalige US-Waffeninspektor im Irak, David Kay, kritisierte den deutschen Auslandsgeheimdienst ebenfalls: Der BND sei "offensichtlich selbst nicht willens oder in der Lage" gewesen, die Quelle richtig einzuschätzen und habe durch seine Weigerung, Curveball durch den US-Geheimdienst CIA befragen zu lassen, auch verhindert, dass andere das für ihn übernähmen. "Das war unehrlich, unprofessionell und verantwortungslos."

Der Spiegel zitiert den Informanten, der in Süddeutschland lebt: "Ich habe nie gesagt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat."

Bild: MATEUS (Flickr)

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