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Die von der PKK entführten Bergwanderer sind wieder in Deutschland

Die von der PKK entführten Bergwanderer sind wieder in Deutschland. Die drei Männer, die am 8. Juli von einer Seperatistengruppe am Berg Ararat verschleppt worden waren, landeten am gestrigen Montag wohbehalten und glücklich am Münchner Flughafen. Nun wird über die Gründe der plötzlichen Freilassung, über mögliche Lösegelder und den Einfluss der türkischen Armee spekuliert.

In den türkischen Medien ist die Arbeit des Militärs in höchsten Tönen gelobt worden. Der "vorbildlichen Strategie der Armee" sei es zu verdanken, dass die Deutschen wieder auf freiem Fuß sind. Die Bekämpfung der PKK-Rebellen und die dichte Abriegelung des Gebietes hätte die Entführer zur Aufgabe gezwungen. Die PKK lässt dagegen vermelden, dass die Freilassung ein Akt der Güte und Vernunft gewesen sei. "Die Entscheidung, sie freizulassen, ging alleine auf unsere Initiative zurück", heißt es auf einer kurdischen Internetseite. In Berlin wird derweil abgestrittenen es hätte eine Lösegeldzahlung gegeben oder, dass man einer der politischen Forderungen der kurdischen Arbeiterpartei nachgegeben hätte.

In deutschen Medien wird berichtet, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) an der Freilassung der Entführten beteiligt gewesen sei. Der BND habe "eigene Kommunikationskanäle zu den Entführern" gehabt, da sich Kurden und Türken nicht über einen Vermittler einig geworden waren. Es heißt, die türkischen Behörden hätten Delegierte des BND zunächst auf ihrem Weg zum Ararat aufgehalten. Nach Einschreiten des deutschen Außenministeriums hätte der BND aber weiter operieren dürfen.

Den drei Deutschen geht es inzwischen den Umständen entsprechend gut. Sie seien gut behandelt worden, müssten aber "das Ganze erst einmal ein bisschen sacken lassen". Der jüngste Entführte, Lars Holger Reime, sagte in einer kurzen Pressekonferenz: "Psychisch bleibt sicherlich einiges zu verarbeiten in den nächsten Tagen", und wollte daher erst mal keine weiteren Fragen beantworten. Helmut Heinzlmeier, eine zweite Geisel, sprach bereits mit "stern.de". Er erzählt, wie die sie mit den Entführern jede Nacht den Standort wechseln mussten. Die drei Bergwanderer sind vor allem froh, nicht in Gefechte mit der türkischen Armee geraten und nach der Entführung durch die PKK wohlbehalten zurück in Deutschland zu sein.

Quelle: Welt Online, FOCUS Online

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