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Die Welt trauert mit Polen

Polen steht seit Samstag unter Schock: Bei einem Flugzeugabsturz kam der polnische Präsident Lech Kaczynski, seine Frau, die gesamte Militärführung des Landes und viele namhafte Politiker ums Leben. Polen steht deswegen vor Neuwahlen, außerdem laufen die Ermittlungsarbeiten auf Hochtouren.

Nach der Schockstarre fragt sich das polnische Volk nun, wie es zu dieser Katastophe kommen konnte. Kaczynski war mit seiner Frau und seinem Stab auf dem Weg nach Russland, um an einer Gedenkfeier für die Opfer des Massakers im russischen Katyn teilzunehmen. Dort ermordete der russsiche Geheimdienst 1940 rund 22.000 Polen. Bei dichtem Nebel habe der Pilot laut Rheinischer Post viermal versucht, am Flughafen im russischen Smolensk zu landen. Dabei stürzte die Maschine in einem Waldstück ab. Alle 96 Insassen, darunter Polens Präsident Lech Kaczynski, Notenbankchef Slawomir Skrzypek, Generalstabschef Franciszek Gagor, Vize-Außenminister Andrzej Kremer und der stellvertretende Parlamentspräsident Jerzy Szmajdzinski kamen dabei ums Leben.

Zunächst wurde vermutet, dass technische Mängel an der russischen Tupolew Tu-154 der Grund für die Katastrophe seien. Ermittler meldeten aber laut Focus online, dass keine technischen Fehler an dem Wrack festgestellt werden konnten. Der Pilot sei außerdem von den Fluglotsen immer über das schlechte Wetter informiert gewesen. Das ergab die Auswertung des Flugschreibers. Warum er dennoch die Landung unbedingt abschließen wollte, wird wohl niemals aufgeklärt werden können.

Aus aller Welt gehen Beileidsbekundungen an das polnische Volk. Russlands Präsident Dmitri Medwedew erklärte den Montag zum Trauertag für die Absturzopfer, meldet RP online. Wladimir Putin und US-Präsident Barrack Obama zeigten sich ebenso schockiert. Und Angela Merkel sagte, dass der Absturz eine politische und menschliche Tragödie für Polen sei.

Nun muss die polnische Führung ganz neu aufgebaut werden. 'Unsere politische Elite ist tot', meinte der ehemalige Präsident Lech Walesa. Er beklagte, dass so viele politische Vertreter einer Richtung in einer Maschine gereist seien. Durch den Tod vieler nationalkonservativer polnischer Politiker habe sich das Machtgefüge nun zugunsten der Partei von Regierungschef Tusk verschoben. Im Herbst sollten eigentlich die regulären Wahlen stattfinden, der verstorbene Lech Kaczynski wollte zur Wiederwahl antreten, aber nach der Flugzeugkatastophe und dem Tod vieler polnischer Politikführer muss Interimspräsident Komorowski die Wahl nun vorziehen.

Bild: YouTube

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