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Dignitas: Sterbehilfe mit Luftballongas

Die umstrittene Sterbehilfe-Organisation Dignitas leistet nach Angaben der Schweizer Justiz seit mitte Februar durch Helium Beihilfe zum Selbstmord.

Dabei stülpten sich Suizid-Willige einen Plastiksack mit Helium über den Kopf und erstickten, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Brunner. Dignitas wolle mit dieser neuen Methode Ärzte als Kontrollinstanz ausschalten, die die Sterbehilfe bisher durch die Verschreibung eines Medikaments überwachten. Insgesamt seien bis dato vier Fälle bekannt, in denen Menschen durch Helium starben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft zeichnet Dignitas das Sterben der Menschen auf und übergibt die Filme der Justiz. Die Videobilder eines Suizids durch Helium seien "fast nicht zumutbar", sagte Brunner. Die Sterbenden zuckten „mehrere zehn Minuten“ lang.

Sterbehilfe ist in der Schweiz nicht strafbar, solange dem Helfer kein selbstsüchtiger Beweggrund vorzuwerfen ist. Rudolf Güntert, Vorstandsmitglied des Vereins Suizidhilfe Zürich verteidigte die neue Methode. Sie sei "sicher" und wirke "rasch und schmerzlos".

Dignitas steht in Deutschland seit Jahren in der Kritik. Gegen die Organisation waren zuletzt Anfang November schwere Vorwürfe wegen der Sterbehilfe für zwei Deutsche in einem Auto auf einem Schweizer Parkplatz erhoben worden. Dignitas hat nach eigenen Angaben allein im Jahr 2006 insgesamt 195 Menschen Sterbehilfe geleistet, mehr als die Hälfte waren Deutsche.

Quelle: welt.de
Bild: www.dignitas.ch

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