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Drei Deutsche von PKK-Rebellen entführt

Drei deutsche Bergwanderer sind im Osten der Türkei von kurdischen Rebellen der PKK entführt worden. Nach Angaben des Provinzgouverneurs tauchten fünf PKK-Kämpfer nahe der Provinz Agri im Lager der 13 Kletterer aus Bayern auf und eröffneten einige von ihnen mitnehmen zu müssen. Der Grund dieser Entführung sei das Vorgehen der Bundesregierung gegen die PKK in Deutschlannd, gemeint sein könnte das Verbot des kurdischen Satellitensender Roj TV. Ein Erpressungsversuch also? Oder Rache an den Behörden? Jedenfalls steht noch nicht fest, ob die Entführung der drei Deutschen nur der Auftakt von einer Reihe von weiteren Aktionen der PKK ist.

Bayerns Innenminister Joachim Hermann gab an, die entführten Deutschen seien Männer im Alter von 33, 47 und 65 Jahren. Eine Kriminalbeamtin sei Mitglied der Reisegruppe und hätte diese Informationen weitergegeben. Die Gruppe hatte für heute die Gipfelbesteigung des Ararat geplant, ist dann aber von den PKK-Rebellen Dienstagnacht auf 3.200 Metern Höhe überrascht worden. Der Reiseveranstalter SEB-Tours gab an, dass in diesem Gebiet nicht von einer Gefährdung durch PKK-Terror auszugehen war. Die türkischen Behörden planten bereits eine Rettungsaktion der Deutschen, in Berlin rief das auswärtige Amt einen Krisenstab ein.

Öffentlich hatte sich der Sender Roj TV immer von der PKK distanziert. In Deutschland ist der kurdische Fernsehsender verboten worden, er sei in die Organisation der PKK eingebunden. Ende Juni bekannte sich die PKK indirekt zum Sender und reagierte mit einer drohenden Botschaft auf das Sendeverbot. In der Nachricht hieß es z.B.: "Wir möchten schon jetzt feststellen, dass es die deutsche Regierung ist, die für alle entstehenden negativen Konsequenzen dieser Politik verantwortlich ist."

Seit 1973 kämpft die kurdische Untergrundorganisation unter der Leitung des inzwischen inhaftierten und zum Toder verurteilten Abdullah Öcalan für einen autonomen kurdischen Staat innerhalb der Türkei. In Deutschland leben eine halbe Millionen Kurden, man geht davon aus, dass 12.000 extremistischen Organisationen wie der PKK oder der Hisbollah angehören. In Deutschland wartet man jetzt auf konkrete Forderungen der kuridschen Rebellen, wenn es sich denn, wie angenommen, um einen Protest gegen die deutschen Behörden handelt. Weitere Nachrichten zu den von der PKK entführten deutschen Bergwanderern werden vom auswertigen Amt erwartet.

Quelle: Welt Online, FOCUS Online
Bild: YouTube

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