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Drei Tage nach dem Erdbeben in Italien

Die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben in den italienischen Abruzzen steigt weiter und auch die heftigen Erdstöße nehmen kein Ende. In der letzten Nacht zitterte die Erde wieder zwei Mal heftig. Kurz nach Mitternacht wurde eine 5,2 auf der Richterskala gemessen, das zweite Beben war sogar noch im 100 Kilometer entfernten Rom zu spüren.

Laut "FOCUS Online" bargen die Rettungskräfte in der Nacht zum Donnerstag zwei weitere Leichen, damit stieg die Zahl der Opfer auf 274, darunter befinden sich 16 Kinder. Nach Angaben der Behörden werden aus den Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila doch noch 20 bis 30 Menschen vermisst, gestern war man von weniger ausgegangen. Die 18.000 von der italienischen Regierung in Zelten untergebrachten Menschen hatten in der Nacht mit Temperaturen um den Gefrierpunkt zu kämpfen, 3000 waren in Hotels und anderen Unterkünften untergebracht worden. Die Zahl der Verletzten ist auf 1200 gestiegen, von ihnen sind 179 schwer verletzt und schweben teilweise in Lebensgefahr.

Nachdem die italienische Regierung gestern die Kosten für einen Wiederaufbau von L'Aquila auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt hatte, rechnet man nun schon mit mindestens 3 Milliarden. Gestern wurden bereits die ersten beiden Toten beerdigt, "Süddeutsche.de" berichtet, dass der Karfreitag nicht nur für das staatliche Massenbegräbnis vorgesehen ist, sondern auch zum nationalen Trauertag ausgerufen werden soll.

Auf "FAZ.net" wird derweil geschrieben, dass auch die Neubauten in L'Aquila nicht den vorgeschriebenen Konstruktionsprinzipien entsprachen. Längst sei es möglich, erdbebensichere Gebäude zu bauen und in gefährdeten Gebieten sei das auch Vorschrift. In den Abruzzen seien solche Vorschriften womöglich zu oft missachtet worden, weshalb es zu den großen Schäden kam. Falls Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Region wirklich wie versprochen innerhalb von zwei Jahren wieder aufbauen wird, dann wohl nur unter den strengen Vorschriften der Erdbebensicherheit.

Aktualisierung 13:00 Uhr

Italienische Zeitungen berichten von weiter steigenden Todeszahlen, weitere 5 Leichen wurden geborgen. Somit sind es bereits 279 Opfer.

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