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Edward Snowden erklärt Motive für den Geheimnisverrat

Edward Snowden sah es als seine Pflicht an, über die Überwachung der USA zu informieren. Der ehemalige NSA-Agent spricht in einem Video über seine Motivation zu dem Geheimnisverrat.

Die britsiche Zeitung "The Guardian" hat den zweiten Teil des Video-Interviews mit Edward Snowden veröffentlicht. Snowden beschreibt in dem siebenminütigen Clip seine Motive für den Geheimnisverrat. "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird", so der 30-jährige Whistleblower in dem am 6. Juni 2013 aufgezeichneten Interview. "Ich bin mit dem Gedanken aufgewachsen, dass jeder das Recht hat, nicht aufgrund seiner Spuren im Netz beurteilt oder analysiert zu werden", erklärt Snowden. Er wolle in einem System wie diesem nicht leben und empfände es als seine Pflicht etwas zu tun, weil er mit so einer Welt nicht einverstanden sei. "Jeder, der davon erfährt, hat die Pflicht auch darüber zu berichten. Ich habe lange mit diesen Enthüllungen gewartet. Zwischendurch hätten längst politische Personen diese Informationen öffentlich machen können. Doch niemand hat die Courage aufzustehen und damit aufzuhören."

Edward Snowden hatte vor etwa zehn Jahren angefangen, beim amerikanischen Geheimdienst zu arbeiten. Anfangs habe er an die "noblen Absichten" geglaubt. Ihm sei aber immer klarer geworden, dass die Überwachung maßlos sei und niemand etwas dagegen unternehme. "Wir täuschen die Öffentlichkeit – nicht nur die amerikanische – und geben den Menschen eine bestimmten Denkweise vor" sagt er und erhebt den Vorwurf: "Die Regierung arbeitet nicht für die Bürger, sondern nur für sich selbst."

Snowden glaubt weiterhin an Amerika. Es sei ein gutes Land, sagt er, mit guten Leuten und guten Werten. Wer jedoch Macht besäße, arbeitete nur für seine eigenen Zwecke. "Die USA sammeln einfach alle Dokumente, die sie sammeln können. Es gibt keine Grenzen." Die Verantwortlichen belögen dabei völlig bewusst den US-Senat. Den Vorwurf, er habe den Feinden der USA geholfen, wehrt er ab. Den Vorwurf könne man jedem machen, der die maßlose und systematische Spionage der USA anzweifle oder enthülle. "Man darf nicht vergessen: Sie überwachen uns genauso, wie sie unsere Feinde überwachen."

Der Staatschef Venezuelas, Nicolás Maduro, bestätigte am Montagabend den von Snowden gestellten Asylantrag. Nun müsse offiziell über den Antrag entschieden werden, Snowden kann sich jedoch Chancen einrechnen. Maduro hatte bereits mehrfach gesagt, dass eine positive Entscheidung aus humanitären Gründen denkbar sei.

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