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"Ehe für Alle": Die erste Homo-Ehe in Frankreich

Heute soll sich das erste schwule Paar in Frankreich das Ja-Wort geben. Vincent Autin und Bruno Boileau schreiben mit der ersten französischen Homo-Ehe Geschichte und trotzen damit Hass und Anfeindungen.

Zuerst das Bekenntnis "in guten wie in schlechten Zeiten", danach Reis, Konfetti und Musik. Die erste Hochzeit eines homosexuellen Paares in Frankreich soll ganz traditionell ausfallen. Die Bürgermeisterin der südfranzösischen Stadt Montpellier, Hélène Mandroux, erklärte: "Es wird eine Heirat wie jede andere, mit demselben Respekt, derselben Abgeklärtheit, derselben Würde."

Dennoch, die Hochzeit ist etwas ganz Besonderes: Zwei Männer werden sich ewige Treue schwören. Sie sind das erste homosexuelle Paar, das von der neuen Gesetzgebung Frankreichs Gebrauch macht und sich trauen lassen wird. Der 40-jährigen Vincent Autin und sein 30-jähriger Verlobter Bruno Boileau sagen, dies sei für sie "ein ersehnter Moment".

Die Zeremonie ist jedoch, trotz Gesetz, stark umstritten. Seit Monaten wird in Frankreich eine hochemotionale Debatte um die Homo-Ehe geführt und viele Menschen demonstrieren nach wie vor gegen das Gesetzt. Erst am vergangegen Wochenende war eine Kundgebung mehrerer hunderttausend Menschen eskaliert. Die Polizei ließ verlauten, die "Auseinandersetzungen sind extrem gewalttätig."

Präsident François Hollande hat mit dem Gesetz sein Wahlversprechen erfüllt aber religiösen und rechten Gruppierungen ist es ein Dorn im Auge - ganz besonders das Adoptionsrecht für Schwule Ehe-Paare. Dieses wollen übrigens auch Vincent und Bruno in Anspruch nehmen, wie sie auf einer Pressekonferenz erklärten.

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