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Ein gewagtes Experiment: Drogenkonsum ist in Portugal nun straffrei

Weltweit tobt der Kampf gegen Drogenkartelle und verbotene Substanzen. Doch anstatt härter durchzugreifen, geht Portugal nun einen ganz anderen Weg. Die Gesetze werden lockerer, wer Drogen konsumiert oder mit sich führt, der muss nicht mehr so hohe Strafen erwarten.

Es ist ein weltweit einmaliger Versuch, die Menschen davon abzuhalten, Drogen zu nehmen, heißt es in einem Bericht auf Spiegel online. Ob es funktioniert steht auf einem anderen Blatt. Die Kriminalisierung von Konsumenten habe nicht funktioniert, meint Joao Goulao, ein Arzt, der an den Gesetzen mitarbeitete. Deswegen versuche man es nun damit, dass Konsumenten ab sofort kein Verbrechen mehr begehen, wenn sie Drogen kaufen oder mit sich führen, sondern nur noch eine Ordnungswidrigkeit. So, als hätten sie ihr Pkw regelwidrig geparkt und seien erwischt worden.

Die Gesetze sehen nun vor, dass es erlaubt ist ein Gramm Heroin, zwei Gramm Kokain, 25 Gramm Cannabis als Kraut oder fünf Gramm Cannabis als Kraut zu kaufen und bei sich zu haben. Wer diese Grenzen nicht überschreitet, der braucht keinerlei Strafen mehr in Portugal zu befürchten. Auch Amphetamine wie MDMA oder Speed sind erlaubt bis zu einem Gramm. Für zehn Tage solle dies den Konsumenten reichen.

Es ist wohl eine weltweit einmalige Vorgehensweise. Portugal wolle damit zum Vorbild im Kampf gegen Drogen werden. Es soll eine Entkriminalisierung stattfinden, keine Legalisierung. Nach wie vor geht auch in dem südeuropäischen Land der Kampf gegen Drogen weiter. Allerdings mit einer neuen Taktik. Es wird sich zeigen, ob sie erfolgreich ist.

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