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Elfenbeinküste: UN-Truppen greifen ein

Im Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste zeichnet sich eine Entscheidung ab. Truppen des gewählten Präsidenten Alassane Ouattara haben Medienberichten zufolge den Regierungssitz des Vorgängers Laurent Gbagbo besetzt. Nun nehmen sie den Präsidentenpalast unter Beschuss. Unterstützt wurden sie von UN-Kampfhubschraubern.

Zwar ist der Regierungssitz in Abidjan eingenommen, Laurent Gbago konnte bislang jedoch nicht ausfindig gemacht werden. Der abgewählte Präsident hatte sich geweigert, das Wahlergebnis vom vergangenen November anzuerkennen und bestand darauf im Amt zu bleiben.

Ein Sprecher des rechtmäßigen Präsidenten Ouattara gab sich zuversichtlich, Gbago noch heute im Präsidentenpalast aufzugreifen, um ihn, möglicherweise unter Einschaltung des internationalen Gerichtshofs, für seine Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen. Damit könnte der seit Monaten andauernde Machtkampf entschieden werden.

Der Kampf um die Macht in der Elfenbeinküste war dabei zunehmend heftiger geworden. Gestern war es zu schweren Auseinandersetzungen in Abidjan gekommen. Auch Einrichtungen der UN wurden angegriffen. Insgesamt seien in dem Konflikt offiziell 1500 Menschen ums Leben gekommen, wobei die Dunkelziffer noch wesentlich höher liegen dürfte.

Bevor sich die UN militärisch in den Konflikt einschaltete, wurde Gbago mehrfach vehement aufgefordert, zugunsten des international anerkannten Wahlsiegers Ouattaras abzutreten. Zum Schutz der Zivilbevölkerung und zur Selbstverteidigung der in der Elfenbeinküste stationierten UN-Truppen hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ein militärisches Eingreifen gerechtfertigt. Unterstützt werden die UN-Truppen auch vom französischen Militär. Die französische Regierung betonte aber, dass sie keinen Krieg in der Elfenbeiküste führen werde.

Es bleibt abzuwarten, ob der Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste mit der möglicherweise in Kürze stattfindenden Abdankung Gbagos ein schnelles Ende findet.

Quelle: zeit.de, spiegel.de
Bild: youtube.com

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