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Erbeben L'Aquila: Seismologen werden zu sechs Jahren verurteilt

Am 6. April 2009 um 3.32 Uhr früh ereignete sich das Erbeben in L'Aquila in Italien. Noch heute spielt dieses Erdbeben eine große Rolle in Italien, denn am Montag endete das Verfahren gegen die Risikokommission, die im Vorfeld aufgetretenen Erschütterungen falsch gedeutet hatte.

Somit ging keine Warnmeldung raus, die Menschenleben hätte retten können. Das Erdbeben L'Aquila hatte einem Wert von 5,8 Magnitude auf der Richterskala, die jede Menge Schaden anrichtete.

Etwa drei Jahre später wurden die sieben Mitglieder der Risikokommission für ihre Fehleinschätzung zu sechs Jahren Haftstrafe verurteilt. Aufgrund dieser Fehleinschätzung starben etwa 308 Menschen.

In der damaligen Risikokommission sitzen sechs hochrangige Wissenschaftler wie zum Beispiel der ehemalige Präsident Enzo Boschi des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie. Des Weiteren war der Beamte des nationalen Katastrophenschutzes, Bernardo De Bernardinis, in dem Team.

Das Team war geschockt von dem Verfahrensausgang. So kommentierte Enzo Boschi, dass er mit einem Freispruch gerechnet hatte. Bernardo De Bernardinis , dass er sich persönlich als unschuldig sieht. Doch die Anklageschrift sieht das anders. Dort werden dem Expertenteam, dass sie unkorrekte und widersprüchliche Informationen veröffentlicht haben.

5.000 Wissenschaftler setzen sich für den Freispruch des Expertenteams ein. Sie schickten zum Prozessauftakt letztes Jahr einen Brief an den Staatspräsidenten Italiens. Dort wurde beklagt, dass dem Risikoteam einen Strafprozess gemacht wurde, denn bis heute ist es technisch nicht möglich eine Vorhersage von Erdbeben zu geben.

Sie drohten zudem, dass bei einer Verurteilung der Gruppe nie wieder ein Wissenschaftler sich zum Phänomen Erdbeben äußern würde. Doch die Staatsanwaltschaft blieb hart bei ihrem Urteil. Laut ihrer Einschätzung hätte das Team die Gefahren verharmlost.

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